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Gebete



Der Sonntag lehrt uns,
wir sind mehr wert
als unsere Leistung
und unser Konsumieren.

Leben erhalten und pflegen,
den Sonntag sonntäglich machen
und ermöglichen,
den Sinn des Lebens zu erschließen.

Wird im Sonntagsgottesdienst
die Mitte des Lebens erfahren,
wird aus dieser Mitte
unser Leben getragen.

Lebendiger Gott,
leg du heute in den Boden unseres Lebens
das Samenkorn deiner Liebe.





Das Kreuzzeichen
auf meinem Körper
will mir sagen:

Gott braucht mich
mit Kopf
Herz
und Händen

(Andrea Schwarz)




Ich sehe

Ich sehe den sanften Wind in den Lärchen
gehn und höre das Gras wachsen,
und die anderen sagen:
Keine Zeit!

Ich sehe den wilden Wassern zu
und den Wolken über den Bergen,
und die anderen sagen:
Wozu?

Ich sehe den Schmetterlingen nach
und den spielenden Kindern,
und die anderen sagen:
Na und?

Ich kann mich nicht satt sehen
an allem, was ist,
und die anderen sagen:
Was soll`s?

Ich bewundere dich, o mein Gott,
in allem, was lebt,
und die anderen sagen:
Wieso?

(Lothar Zenetti)





Mein Herr und mein Gott, nimm alles von mir, was mich hindert zu dir.
Mein Herr und mein Gott, gib alles mir, was mich führet zu dir.
Mein Herr und mein Gott, nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen dir.

(Nikolaus von Flüe)





Regeln für ein Telefongespräch mit Gott

In der heutigen Zeit kann man das Beten als ein "Telefonieren mit Gott" bezeichnen.
Dabei gelten allerdings folgende Regeln:

Prüfe bei Unterbrechungen,
ob du nicht selbst in Gedanken
den Kontakt gestört hast!

Ein Telefongespräch mit Gott
ist kein Monolog.
Rede nicht unablässig,
sondern höre hin,
was auf der anderen Seite gesagt wird!

Gewöhne es dir nicht an,
Gott nur ber den Notruf anzuläuten!

Telefoniere mit Gott
nicht nur zu Zeiten des verbilligten Tarifes,
also vornehmlich am Wochenende.
Auch an den Werktagen müsste regelmäßig
ein kurzer Anruf mölich sein.

Merke:
Telefonate mit Gott sind gebührenfrei!




ES IST GEBOREN DIE LIEBE.
ES IST GEBOREN DER FRIEDE.
ES IST GEBOREN DIE GERECHTIGKEIT.
ES IST GEBOREN DIE HOFFNUNG.
ES IST GEBOREN DIE FREUDE.
ES IST GEBOREN CHRISTUS DER HERR.





EINFACH ZUM NACHDENKEN

Manche Menschen wissen nicht, wie wichtig es ist, dass sie einfach da sind.
Manche Menschen wissen nicht, wie gut es tut, sie nur zu sehen.
Manche Menschen wissen nicht, wie tröstlich ihr gütiges Lächeln wirkt.
Manche Menschen wissen nicht, wie wohltuend ihre Nähe ist.
Manche Menschen wissen nicht, wie viel ärmer wir ohne sie wären.
Manche Menschen wissen nicht, dass sie ein Geschenk des Himmels sind.
Wir müssten es ihnen nur sagen!





Ich glaube an Gott,
der unser Vater ist.
Er hat die Welt erschaffen und unser Leben.
Er ist ein Gott der Liebe,
der liebend seine Werke begleitet:
Die Erde und das Weltall,
Pflanzen und Tiere
Und jeden Menschen, auch mich.

Ich glaube an Gott,
der das Wohl und Glück aller Menschen will,
der mir immer wieder in anderen Menschen begegnet
in meinem täglichen Leben.

Ich glaube an Gott,
der Mensch geworden ist in Jesus Christus,
der gelebt hat wie wir:
er wurde geboren von Maria
und hat als liebender Mensch gelitten
unter Hass und Ungerechtigkeit,
unter Herrschsucht und Gewalt,
unter Lüge und Verleumdung.

Ich glaube an Gott,
der gestorben ist, damit wir leben,
der sich aus Liebe zu uns Menschen hingibt.

Ich glaube an Gott,
der lebt und der uns nahe ist.
Sein Geist ist unter uns,
überall dort, wo wir ihn zulassen.
Sein Geist ist unter uns,
wenn wir uns versammeln als Gemeinschaft.

Ich glaube an Gott.

(Monika Liedler)




Herr Jesus Christus,
du gibst diesem Tag die Mitte!
Du gibst diesem Tag die Ausrichtung.
Du bist diesem Tag das Ziel!
(Franz Kronister)





Gott allein kann Leben schenken,
aber du kannst es weitergeben und achten.
Gott allein kann Glauben schenken,
aber du kannst dein Zeugnis geben.
Gott allein kann Hoffnung wecken,
aber du kannst anderen Vertrauen schenken.
Gott allein kann die Freude schenken,
aber du allein ein Lächeln.
Gott allein ist der Weg,
aber du kannst ihn anderen zeigen.
Gott allein ist das Unmögliche,
aber du kannst das Mögliche tun.
Gott allein genügt sich selbst,
aber er hat es vorgezogen auf dich zu zählen.

Meditation aus Ruanda





Gebet von Ronaldo Munoz aus Chile:

Die Kirche, die ich liebe

Wenige Kathedralen aus Stein und Gold,
viele Kapellen aus Lehm und Brettern.

Wenige Reiche, die sich Gleichglütigkeit angewöhnt haben,
viele Arme, die im Teilen von Leid erfahren sind.

Wenige berechnende und kluge Gelehrte,
viele einfache Leute, die von Glauben und Hoffnung wissen.

Wenige Lehrer, die sich ihrer Lehre sehr sicher sind,
viele Zeugen, die wirklich zuhören.

Wenige Macht von Karrierepriestern,
viel demütiger Dienst an den kleinsten Schwestern und Brüdern.

Wenige Zeremonien in Palästen und Kasernen,
viele Feste in Dörfern und Stadtrandvierteln.

Wenige Segnungen von Waffen, Banken und Regierungen,
viele Märsche für Frieden, Gerechtigkeit und Freiheit.

Wenig Angst vor dem Gott der Strafe und des Todes,
viel Ehrfurcht vor dem Gott der Liebe und des Lebens.

Wenig Gottesdienste mit dem Rücken zum Volk
für Christus als ewigen König in der Höhe,
viel Liebe für Jesus, den Begleiter, Propheten, Sohn des Vaters.

So ist die Kirche, die ich liebe.




Fürs neue Jahr:

Ich wünsche Dir
nicht immer,
aber ab und zu:

Die Neugier
der Ziege

das stolze
Selbstbewusstsein
des Hahnes

das dicke Fell
des Elefanten.

(Aus: Heidi und Hannes Bräunlich,
Was ich dir wünsche © Groh Verlag GmbH, Germering)





Gott,
hier bin ich -
meine Gedanken sind noch
in dem Tag,
den ich heute gelebt habe.

Hier bin ich,
Gott,
und möchte so gerne ruhig werden -
aber noch ist Unruhe in mir.

Hier bin ich,
Gott,
und möchte gerne beten -
aber ich finde keine Worte.

Hier bin ich,
Gott,
und möchte dich hören -
aber in mir ist noch so viel Lärm.

Gott,
hier bin ich,
mit meinem Tag,
den ich heute gelebt habe,
mit der Unruhe in mir,
mit meiner Sprachlosigkeit,
mit dem Lärm in mir,
der die Ohren taub macht.

Du nimmst mich an,
so wie ich bin.

Gott,
hier bin ich.

(Andrea Schwarz)





Fünf Vorsätze für jeden Tag

Ich will bei der Wahrheit bleiben.
Ich will mich keiner Ungerechtigkeit beugen.
Ich will frei sein von Furcht.
Ich will keine Gewalt anwenden.
Ich will in jedem zuerst das Gute sehen.

(Mahatma Gandhi)




Worte

Es gibt Worte, die einen aufbauen
es gibt Worte, die beflügeln
es gibt Worte, die man immer wieder gerne hört.

Es gibt Sätze, die einen niederschmettern.
es gibt Sätze, die dich fertig machen.
es gibt Sätze, die du nicht mehr hören kannst.

Worte wirken.
Sätze sitzen.

Ein gutes Wort kann Wunder wirken.

(Hans Christian Neureiter)





Großer Gott,
meine Gedanken suchen dich.
Meine Gebete gehen auf dich zu.
Meine Liebe will bei dir sein.
Großer Gott, wir beten dich an!

(Franz Kronister)





Großer Gott,
nur vertrauensvoll können wir uns dir nähern
nur betend können wir deine Gegenwart erfahren,
nur liebend können wir dich hineintragen in diese Welt.

(Franz Kronister)




Großer Gott,
verweilen in dir,
um stark zu sein für unser Leben,
deine Liebe spüren,
um gerüstet zu sein für die Aufgaben des Alltags.
Du bist bei uns!

(Franz Kronister)




Du bist bei mir
alle Tage
alltags
Du bist mein Gott des Alltags

dann darf ich dir
bitte schön
auch meinen Ärger
über die hohe Reparaturrechnung
die Freude über den Fischreiher
meine Einsamkeit heute abend
und das zerrissene Schuhband
übergeben

und jetzt beschwer dich nicht
so
sieht mein Alltag aus

(Andrea Schwarz)





Mit meinem Gott
überspringe ich Mauern

und wenn ich mich
Zentimeter für Zentimeter
darberkämpfen muss

(Andrea Schwarz)




Ich bin dein Gott
der dich aus deiner Einsamkeit herausführt

Ich bin für dich da
ich verlasse dich nicht

Ja, wehr dich
leugne mich
flüchte

ich lasse dich nicht allein

ich
dein Gott
habe dich lieb

(Andrea Schwarz)




Lieber Gott

manchmal möchte ich mich
einfach
in deine große warme Hand
hineinschmiegen

aber dazu
muss ich mir erst

meiner Kleinheit bewusst werden

(Andrea Schwarz)





"Wechselnde Pfade, Schatten und Licht,
alles ist Gnade, fürchte dich nicht!"


Zufrieden alt und älter werden,
sich freuen können trotz Beschwerden,
die Menschen nehmen wie sie sind
und trösten können ein trauriges Kind
- das ist Gnade.

Zurückzudenken voll Dankbarkeit
an die durchschrittene Lebenszeit,
das Gute, das du erfuhrst, nicht vergessen,
das eigene Leid mit andern
nicht vergleichen, nicht messen
- das ist Gnade.

Mit einem Menschen gemeinsam wandern,
sich lieben dürfen, einer den anderen,
so Glück wie Leid miteinander teilen,
die Wunden des Herzens einander heilen
- das ist Gnade.

Sich selber nicht allzu ernst nehmen,
sich zu Freundlichkeit auch bei Ärger bequemen,
auch einmal über sich selber lachen,
mit Humor den anderen Freude machen
- das ist Gnade.

Nicht auf vergängliche Dinge bauen,
zu allen Zeiten dem Gott der Liebe vertrauen,
um unserer Schuld Vergebung wissen,
drum niemals je verzagen mssen
- das ist Gnade.

Getrost in die Zukunft schauen zu können,
sich zum Sieger über den Tod bekennen,
die Ewigkeit schon jetzt im Herzen tragen
in guten und in schweren Tagen
- das ist Gnade.

Und schaut Ihr nun hinein
auf das gemeinsame Leben,
auf die schönen Jahre, die Gott Euch gegeben,
dann könnt Ihr im Buch
der Vergangenheit lesen:

Es ist alles in Gottes Gnade gewesen!




Warunung

Erwarte nicht zuerst
dass deine Gebete
erhört werden

Höre vielmehr
was sie von dir
erwarten

(Wilhelm Bruners)





Gebet

Gott
weil
ich mit dir
noch nicht
zu Ende bin

muss ich dir
immer wieder
zu nahe treten

stolpere ich manchmal
über deine Füße
deinen Mund
dein Schweigen

nur eines will ich nicht
dich entlassen aus meiner Nähe
weil ich mit dir
noch nicht zu Ende bin

(Wilhelm Bruners)




Was Liebe ist und was Liebe nicht ist

Liebe ist,
wenn dir das Leid anderer weh tut,
wenn du den Hunger von Millionen
am eigenen Leib spürst,
wenn die Einsamkeit und die Angst,
die Not und die Verzweiflung
der Kleinen und Schwachen
dein eigenes Herz zerreißen.

Liebe ist nicht schwach.
Liebe ist nicht blind.
Liebe ist nicht die negative Haltung:
Ich tue ja nichts Schlimmes.
Liebe ist keine passive Verträglichkeit.
Kein Prüfen des anderen,
ob er wohl der Liebe wert ist.

Lieben heißt
konkrete Menschen lieben,
so wie sie sind,
jeden Tag,
auch wenn der tägliche Umgang
für die gegenseitige Achtung
manchmal mörderisch werden kann.
Menschen deshalb lieben,
weil sie so "liebenswürdig" sind,
endet in einem Fiasko.
Menschen sind nicht immer so liebenswert,
dass man sie von selber gern hat.
Feinden vergeben und Gegner gern haben,
Böses mit Gutem vergelten ist übermenschlich,
wenn es nicht einen höheren Grund gibt
und eine tiefere geistige Motivation.

(Phil Bosmans)




Feiere bisweilen dein Leben.
Feiere, dass du gesund bist,
dass dir das Leben mit Herausforderungen begegnet.
Feiere das Geschenk von Freundschaften
und deine Fähigkeit zu lieben.
Feiere deine kleinen alltäglichen Erfolge und die Entscheidungen,
die dich einen Schritt dir selbst nähergebracht haben.
Feiere, dass einer JA zu dir sagt.
Feiere, dass einer dich anspricht:
Gott in seinem Wort.





FRIEDE,
nimm meine Hand;
kreise in jeder Zelle,
jeder,
mit dem Brot, das dich speist.
Lass dich weiterreichen vom Hand zu Hand.
Amen.

FRIEDE,
nimm meinen Mund;
keime in jedem Wort,
jedem,
mit dem Wort, das dich schuf.
Lass dich weitersagen von Mund zu Mund.
Amen.

FRIEDE,
nimm meinen Fuß
leben in jedem Schritt,
jedem,
mit dem Ziel, das dich ruft.
Lass dich weitergehen von Weg zu Weg.
Amen.

FRIEDE,
nimm auch mein Herz;
atme in jedem Schlag,
jedem,
mit dem Geist, der uns liebt.
Lass dich weiterlieben von Mensch zu Mensch.
Amen.

(Christa Peikert-Flaspöhler)





Du bist von mir geliebt!
Wie oft wünsche ich mir,
das zu hören!
Warum schweigst du, Gott?
Warum sagst du mir nicht,
dass du mich liebst?

Was, du hast es mir gesagt,
jeden Tag?
Habe ich deine Stimme überhört?
Ich habe nicht richtig zugehört?
Du meinst, deine Stimme spricht
auch durch die Menschen?

Dann schenke mir feinere Ohren, Gott,
damit ich besser hinhören kann
und besser verstehen kann,
wenn andere zu mir sagen:
DU BIST GELIEBT!!!

(Monika Liedler)




Du schaust mich an,
wie keiner mich sieht.
Dein Blick dringt vor
bis zum Grund der Seele.
Du erkennst und liebst mich.
Du siehst meine Wege und Umwege.
Du hast die Geduld,
mich zum Ziel zu führen.

(Martin Gutl)





Gott,
ich träume von einer Kirche,
die immer neue Wege zu den Menschen sucht
und erprobt mit schöpferischer Phantasie.

Ich träume von einer Kirche,
die offen ist für das Anliegen Christi
und sich deshalb interessiert für das Leben der Menschen
und für die Erneuerung der Welt im Geiste Jesu.

Ich träume von einer Kirche,
die eine Sprache spricht, die alle verstehen,
auch Kinder und Jugendliche,
in der sich auch die Jugend spontan und lebendig ausdrücken kann,
die Raum lässt für Initiative und Mitentscheidung.

Ich träume von einer Kirche,
die prophetisch ist und die ganze Wahrheit sagt,
die Mut hat unbequem zu sein
und die unerschrocken das Glück der Menschen sucht.

Ich träume von einer Kirche,
die Hoffnung hat,
die an das Gute im Menschen glaubt
und die gerade in einer Welt voll Furcht und Verzweiflung
voll Freude auf Gottes Führung baut.

Gott,
stärke unsere Bereitschaft an dieser Kirche mitzubauen.




Gott hilf uns

dass wir in allen
wüsten deine quelle
finden und nicht in fremde
brunnen falln

dass wir auf deinen
brücken gehen über
der angst vor
leben vor tod

dass wir wieder lachen können
ohne lügen zu müssen
ohne in trüben zu
baden

dass wir keine
götter werden wollen
und maschinen
werden
GOTT
HILF UNS
MENSCHEN
MENSCH ZU SEIN


(Günter Ullmann)




In einer Welt des Unfriedens
und der Gewalt
lass uns Boten der guten Nachricht
für die Armen sein,
Kinder der Gnade und Versöhnung,
Friedensstifter.

Lass uns heute unser Herz nicht verhärten
wie unsere Väter in der Wüste,
sondern das Feuer
des Heiligen Geistes empfangen...

Möge dein Wort uns
wie ein scharfes Schwert durchdringen;
möge es uns helfen,
die Pfade gegenseitiger Vergebung
öfter als "sieben mal sieben" zu beschreiten;
möge es uns lehren, Friedensstifter zu sein,
damit die Zivilisation der Liebe
Zeugnis gibt von deinem Königreich,
das da ist und kommen wird
durch Christus, unseren Herrn.

(Johannes Paul II)





Beten ist
verweilen
bei einem
Freund.

(Teresa von Avila)





Glaubensbekenntnis

P.: Ich glaube an Gott, der unser Vater ist.
A.: Ich glaube an Gott, der unser Vater ist.

V.: Er hat die Welt erschaffen und unser Leben. Er ist ein Gott der Liebe, der liebend seine Werke begleitet: Die Erde und das Weltall, Pflanzen und Tiere und jeden Menschen, auch mich.

P.: Ich glaube an Gott, der das Glück aller Menschen will.
A.: Ich glaube an Gott, der das Glück aller Menschen will.

V.: Der mir immer wieder in anderen Menschen begegnet in meinem täglichen Leben.

P.: Ich glaube an Gott, der Mensch geworden ist in Jesus Christus.
A.: Ich glaube an Gott, der Mensch geworden ist in Jesus Christus.

V.: Der gelebt hat wie wir: er wurde geboren von Maria und hat als liebender Mensch gelitten unter Hass und Ungerechtigkeit, unter Herrschsucht und Gewalt, unter Lüge und Verleumdung.

P.: Ich glaube an Gott, der mein Leben kennt,
A.: Ich glaube an Gott, der mein Leben kennt,

V.: Der gestorben ist, damit wir leben, der sich aus Liebe zu uns Menschen hingibt.

P.: Ich glaube an Gott, der lebt und der uns nahe ist.
A.: Ich glaube an Gott, der lebt und der uns nahe ist.

V.: Sein Geist ist unter uns, überall dort, wo wir ihn zulassen. Sein Geist ist unter uns, wenn wir uns versammeln als Gemeinschaft.

P.: Ich glaube an Gott.
A.: Ich glaube an Gott.


(Monika Liedler)




Du kannst das Evangelium
oft lesen, jahrelang,
ohne dass es dich wirklich
in der Tiefe anspricht.
Bis eines Tages ein Licht aufgeht.
Bis dich aus einem
hundertmal gelesenen Text
Worte so heftig berühren
und dein Herz überwältigen,
dass du vor Freude
außer dir bist.
Jubeln möchtest du
und danken,
dass Gott dich
angesprochen hat.

(Phil Bosmans)





Komm, ja komm, Gott
komm mit deinem Feuer
und entflamme mich
komm mit deinem Atem
und belebe mich

Komm mit deiner Kraft
und richte mich auf
komm mit deiner Liebe
und begeistere mich

Komm, ja komm, du Gott der Welt
komm in vielen Propheten,
die alles in Frage stellen
und niemanden in Ruhe lassen

Komm in Jesus Christus,
der die Wunden heilt
und alles lebendig macht

Komm in allen Menschen,
die lieben und den Frieden suchen

Komm in allen Dingen,
die mir begegnen
und doch fremd sind

Komm, ja komm, mein Gott
und mach diese Welt
zu deiner Wohnung.

(Anton Rotzetter)





Guter Gott,
du rufst mich beim Namen,
du kennst mich.

Mit dir will ich mich einlassen
auf ein Leben voller Dynamik.

Mit dir will ich den Weg des Lebens gehen,
bunt und vielfältig, dunkel und hell -
du bist bei mir.

In dir möchte ich verankert bleiben,
damit du mein Halt bist.

Guter Gott, führe mich zur Quelle,
aus der das Wasser des Lebens fließt.

(Monika Liedler)




ICH BIN BEI DIR

Gott hat sein letztes, sein tiefstes,
sein schönstes Wort
in unsere Welt hineingesagt.

Und dieses Wort heißt:
Ich liebe dich,
du Welt, du Mensch.

Ich bin da:
Ich bin bei dir.
Ich bin dein Leben.
Ich bin deine Zeit.
Ich weine deine Tränen.
Ich bin deine Freude.

Ich bin in deinem Leben,
und ich verspreche dir,
dein Ziel heißt Leben.
Ich bin die Tür zum Leben.

Ich habe dir eine Tür geöffnet,
und ich verschließe sie nicht
bis in Ewigkeit.





Suchende sind wir, Herr, nach einem Sinn.
Lass uns finden hinter den Worten:
dein Wort.

Tastende sind wir, Herr, nach einem Grund.
Lass uns greifen hinter den Sätzen:
dein Geheimnis.

Hoffende sind wir, Herr, auf ein Zeichen.
Lass uns lesen zwischen den Zeilen:
dein Antlitz.

Wartende sind wir, Herr, auf ein Echo.
Lass uns hören zwischen den Pausen:
dein Atmen.

Sehnende sind wir, Herr, Tag für Tag.
Lass uns spüren in unserer Sehnsucht:
deine Liebe.





Herr, mache mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst,
dass ich verzeihe, wo man beleidigt,
dass ich verbinde, wo Streit ist,
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht,
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo Kummer wohnt.

Herr, lass mich danach trachten,
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern, dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern, dass ich liebe.

Denn wer sich hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.

(Frankreich 1913)




Dein Wort auf meiner Zunge

Jesus Christus
Dein Wort
auf meiner Zunge
Deine Güte
auf meinen Lippen
Deine Verheißung
in meinen Gedanken
Deine Zärtlichkeit
in meinen Fingern
Deine Liebe
in meinem Herzen
Dein Blut
in meinen Adern
Deine Kraft
in meinen Füßen
Deine Gestalt
in meinem Leben
Deine Herrlichkeit
in meinem Leib
Dein Leben
in meinen Bewegungen

(Anton Rotzetter)





Lob annehmen

Staunen können
wie ein Kind

Mit offenem Mund
und ausgebreiteten Armen

Lob annehmen
Lob weitergeben

Im Loben Dir nahe sein

(Nach Psalm 150)





Es ist uns tröstende und ermutigende Gewissheit, unter Gottes liebendem Blick leben zu dürfen.
Frühere Generationen haben diesen Blick Gottes als einengend und beängstigend empfunden.
Eugen Roth beschreibt das im Gedicht: "Unter Aufsicht"

Ein Mensch, der recht sich überlegt,
dass Gott ihn anschaut unentwegt,
fühlt mit der Zeit in Herz und Magen
ein ausgesprochnes Unbehagen
und bittet schließlich ihn voll Grauen,
nur fünf Minuten wegzuschauen.
Er wolle unbewacht, allein
inzwischen brav und artig sein.
Doch Gott davon nicht überzeugt,
ihn ewig unbeirrt beäugt.

Jemand hat dieses Gedicht umgeschrieben. Und das klingt so:

Ein Christ, der recht sich überlegt:
der Herr sieht an mich unentwegt,
fühlt mit der Zeit in Herz und Magen
ein ausgesprochnes Wohlbehagen.
Er spürt: mein Leben wird ganz reich!
Und außerdem merkt er zugleich,
dass er ganz neue Wege geht
und in Begeisterung gerät.
Er fühlt: auf den Blick kann ich trauen,
selbst Leben, Tod und Zukunft bauen.
Der Christ sieht plötzlich Brüder, Schwestern,
die nicht beachtet hat er gestern.
Und schließlich fällt ihm auch noch ein:
So wird es wohl im Himmel sein.
Nun freut er sich in Gottes Namen,
dass der Herr ihn ansieht - immer: Amen.




Unser Reden von Gott muss Hände bekommen,
um anzupacken, wo es Not tut.

Unsere Hoffnung auf Gott muss Phantasie bekommen,
um Neues zu entwerfen und auch zu tun.

Unser Gebet zu Gott muss Füße bekommen,
um den Weg zu den Mitmenschen zu finden.

Unsere Zuversicht auf Gott muss Worte bekommen,
um trösten und aufrichten zu können.

Unser Weg zu Gott muss Weite bekommen,
um offen für alle zu sein.

Unsere Vorstellung von Gott
haben wir durch Jesus bekommen.

Er wurde Mensch, damit wir Gott
auf menschliche Weise erfahren können.

(Christa Carina Kokol)





Herr, wir danken dir für diese gemeinsame Feier,
für das Mahl in dem du gegenwärtig bist.

Wir danken dir,
dass du dich in uns und durch uns offenbarst.

Wir wissen,
dass du durch uns auf dieser Welt sichtbar und spürbar gemacht wirst.

Wir bitten dich daher:
Lass uns daran arbeiten, jeden Menschen dieser Erde,
sei er noch so unbedeutend,
noch so arm,
noch so unwillkommen,
als dein Geschöpf zu erkennen.

Du bist leibhaftig anwesend -
in den Menschen in Indien,
hier bei uns und auf der ganzen Welt.

Dieses Geheimnis des Glaubens verpflichtet uns,
dir zu dienen
indem wir den Ärmsten der Armen dienlich sind.

(Franz Hofmarcher)





Weil du mich liebst, wie ich bin

Gott, du weißt, wer ich bin.
Du kennst mich, du siehst mich,
wo ich auch bin und wie ich bin.
Du weißt um meine Träume,
meine Sehnsüchte und
sogar mein tiefstes Inneres
ist dir nicht verborgen.

Du hast mir einen einzigartigen Weg
- meinen Lebensweg - mitgegeben
und hilfst mir, ihn zu finden und zu gehen.
Dies ist nicht immer leicht,
weil du mir die Freiheit schenkst,
selbst zu entscheiden, wohin ich will.
Ich bin daher schon manchmal einen Irrweg gegangen,
fühlte mich allein und spürte dich nicht.

Hilf uns, deine Richtung zu suchen,
um richtige Wege und richtige Einsichten zu finden.

Hilf uns, uns zu erinnern, dass auch,
wenn wir verschiedene Berufungen und Beschäftigungen haben,
wir uns gegenseitig respektieren auf den Wegen, die wir wählten.

Lasst uns gemeinsam beten für
die Gemeinschaft, die wir suchen.




Gebet in einer Kapelle

ruhender Raum,
in dem ich zur Ruhe kommend
dich ahnen kann

göttlicher Raum,
du öffnest dich meinem Suchen,
du schenkst mir den Atem
deiner Weite und Freiheit

und wenn ich Zuflucht brauche,
hüllst du mich,
schützende heilige Höhle

(Christa Peikert-Faspöhler)




GRÖSSE

Wie groß
bist du,
mein Gott.

Wie groß
hast du
den Menschen gemacht.

Wie groß
ist meine Sehnsucht
nach deiner Größe!

Ich strecke mich aus!

(Marie-Luise Lengwald)




Sonnengesang von Franz von Assisi

Du höchster, mächtigster, guter Herr, Dir sind die Lieder des Lobes,
Ruhm und Ehre und jeglicher Dank geweiht; Dir nur gebühren sie,
Höchster, und keiner der Menschen ist würdig, Dich nur zu nennen.

Gelobt seist Du, Herr, mit allen Wesen, die Du geschaffen,
der edlen Herrin vor allem, Schwester Sonne,
die uns den Tag heraufführt und Licht mit ihren Strahlen,
die Schöne, spendet; gar prächtig in mächtigem Glanze:
Dein Gleichnis ist sie, Erhabener.

Gelobt seist Du, Herr,
durch Bruder Mond und die Sterne.
Durch Dich sie funkeln am Himmelsbogen
und leuchten köstlich und schön.

Gelobt seist Du, Herr,
durch Bruder Wind und Luft
und Wolke und Wetter,
die sanft oder streng, nach Deinem Willen,
die Wesen leiten, die durch Dich sind.

Gelobt seist Du, Herr,
durch Schwester Quelle:
Wie ist sie nütze in ihrer Demut,
wie köstlich und keusch!

Gelobt seist Du, Herr,
durch Bruder Feuer,
durch den Du zur Nacht uns leuchtest.
Schön und freundlich ist er am wohligen Herde,
mächtig als lodernden Brand.

Gelobt seist Du, Herr,
durch unsere Schwester, die Mutter Erde,
die gütig und stark uns trägt
und mancherlei Frucht uns bietet
mit farbigen Blumen und Kräutern.

Gelobt seist Du, Herr,
durch die, so vergeben um Deiner Liebe willen
Pein und Trübsal geduldig tragen.
Selig, die's überwinden im Frieden:
Du, Höchster, wirst sie belohnen.

Gelobt seist Du, Herr,
durch unsern Bruder, den leiblichen Tod;
ihm kann kein lebender Mensch entrinnen.
Wehe denen, die sterben in schweren Sünden!
Selig, die er in Deinem heiligsten Willen findet!
Denn sie versehrt nicht der zweite Tod.

Lobet und preiset den Herrn!
Danket und dient Ihm in großer Demut!




Blatt-Meditation: "Was uns leben lässt" (Jeder bekommt ein Blatt eines Baumes)

Anhand dieses Blattes wollen wir nachdenken,
"was uns leben lässt".
Schaut auf das Blatt in eurer Hand.
Es kommt nicht darauf an, zu erkennen,
ob dieses Blatt von einem Kastanien- oder Nussbaum,
von einer Eiche oder einem Weinstock ist.
Wenn wir uns das Blatt ansehen,
erkennen wir auf beiden Hälften
ein durch Adern gebildetes Versorgungssystem,
das es dem Blatt ermöglicht, aufgenommene Nährstoffe
bis hin zu seinen Blattspitzen zu leiten.

S T I L L E

Blatt und Stamm stehen folglich
in einer Beziehung zueinander.
Sie sind voneinander abhängig.
Die Blätter - und auch dieses mein Blatt -
lassen den Baum leben;
der Stamm lässt Blätter wachsen.
Zweig, Ast, Blatt, Stamm ergeben eine aufeinander
zugeordnete Gemeinschaft: den Baum.

S T I L L E

Was hat das mit dem menschlichen Dasein zu tun?
Wenn wir die Blätter als Gesellschaft sehen, so wird uns klar,
dass auch unsere Lebensquelle in der Gemeinschaft
besteht, verzahnt ineinander, angewiesen auf denselben Stamm.
"Was lässt mich leben?"
echte Freude
spürbares Vertrauen
ein Mensch, der mich liebt
ein Mensch, den ich liebe
brauchen und gebraucht werden
das Leben als Auftrag nehmen

S T I L L E

So wie das Blatt in meiner Hand beiträgt
zum Leben des Baumes,
so ist auch für die Gemeinschaft unter den Mitmenschen
das Nehmen und Geben entscheidend.
Stammt nicht all unsere Lebensfreude,
unser Vertrauen zueinander
aus dem gemeinsamen Beziehungspunkt Jesus Christus -
aus dem "Stamm", der uns hält und trägt?
Der zu uns sagt: "Ich bin gekommen, damit ihr das Leben habt,
und es in Fülle habt" (Joh 10, 10).
Leben: das heißt, dem Glauben eine leibliche Gestalt geben
und ihn in Wort und Tat umsetzen.

S T I L L E

Gott, du bist ein Gott des Lebens und
Du willst, dass wir Menschen
in deiner Schöpfung das Leben in Fülle haben.
Lass uns leben nach deinem Willen.
Lass uns die Zeit leben, die du uns schenkst.
Wir bitten um Aufmerksamkeit,
dass wir unsere Zeit nicht töten,
nicht verträumen, nicht verspielen,
sondern das Richtige aus Liebe versuchen.
Amen.





Wir brauchen einander!
Den einen, weil wir ihn lieben
oder er uns liebt,
den anderen, weil wir Distanz und Abstand lernen müssen.

Den einen, weil er unser Leben in Frage stellt,
den anderen, weil er uns bestätigt.

Den einen, weil er uns zu uns selbst führt,
den anderen, weil er uns zu den Mitmenschen führt.

Den einen, der uns auf Gott aufmerksam macht,
den anderen, durch den Gott uns auf etwas aufmerksam macht.

Wir brauchen einander in den vielfältigsten Situationen unseres Lebens.

Herr, hilf uns und stärke unser Miteinander.





Immer wieder der aufbruch
verlassen der höhle
durch den engen gang
in die ungeborgenheit des lichts
Im licht leben müssen
stehen im unausweichlichen
zurückgeworfen auf dich selbst
hineingestossen in die kälte
aber doch gehalten und beschattet
in der lichthölle welt

(Wilhelm Bruners)




Gott, wir bitten dich:
Gib uns den Wunsch, dein Wort zu suchen.
Gib uns das Licht, dein Wort zu finden.
Gib uns den Geist, dein Wort zu glauben.
Gib uns den Mut, dein Wort zu leben.

Lass uns erkennen, was wir sind.
Lass uns glauben, was wir beten.
Lass uns tun, was du uns sagst.
Lass uns wachsen in der Liebe zu dir.





Herr, manchmal frage ich mich,
ob es einen Sinn hat, zu dir zu beten.
Ich frage mich, ob du mich hörst,
ob du mir wirklich zuhörst, wenn ich rede.
Herr, erbarme dich unser!

Herr, manchmal frage ich mich,
ob es dich wirklich gibt.
In mir schleicht die Frage hoch,
wo du bist, wie du bist, wer du bist.
Christus, erbarme dich unser!

Herr, manchmal fällt es mir schwer
an dich zu glauben.
Alles andere ist realer als deine Liebe.
So vieles drängt sich in den Vordergrund.
Herr, erbarme dich unser!





Erblindet,
nichts sehend. - Blind.

Sehend,
und doch blind
vor den leuchtenden Augen,
den netten Gesten gegenüber;
nicht ahnend, dass da jemand ist,
der auch gesehen werden möchte.




Je mehr wir im stillen Gebet empfangen,
desto mehr können wir
in unserem täglichen Leben ausgeben.

(Mutter Teresa)





Ein Engel
ist jemand,
den Gott dir
ins Leben schickt,
unerwartet und
unverdient,
damit er dir,
wenn es ganz
dunkel ist,
ein paar Sterne
anzündet.

(Phil Bosmans)




Gebet um Lebensfarben

HERR, in meinem Leben gibt es viel Alltagsgrau.
Ich bitte dich um Lebensfarben in mir,
damit mein Leben mit dir und den Menschen besser gelingen kann.
Herr, gibt mir viel vom GELB des Lichtes
für die Dunkelheiten in meiner Seele.
Herr, gib mir vom ORANGE der Wärme
gegen alles Unterkühlte in meinem Herzen.
Herr,gib mir vom GRÜN der Hoffnung,
wenn ich keine Kraft mehr habe.
Herr, gib mir vom ROT der Liebe,
um davon wieder austeilen zu können.
Herr, gib mir vom VIOLETT der Buße
für den Weg zu Umkehr und Neuanfang.
Herr, gib mir vom SCHWARZ des Todes,
damit ich mich einstimme auf Abschiede.
Herr, gib mir vom WEISS des Neuen,
um für dich offen und bereit zu sein.
Herr, gib mir vom BRAUN der Erde
für Beständigkeit und Ausdauer.
Herr, gib mir vom kostbaren GOLD,
dass ich dich als das Kostbare ehre.
Herr, gib mir ein wenig von allen Farben,
denn buntes Leben lebt sich leichter.
Herr, zeige mir ab und zu einen Regenbogen,
damit ich weiß: Du bist ja da!

(Ursula Bittner)




Menschenfischer

geh und lass alles liegen
geh und suche den Weg
geh und finde den anderen
geh und tu was du kannst

geh und sing vor den Menschen
geh und hoffe auf Gott
geh und rufe die anderen
geh und gib ihnen Brot

geh und teile das Leben
geh und sei bei den anderen
geh und sprich Gottes Segen
geh und knüpfe das Netz.




Gesucht

Menschen, die gerade sind.
Krumme
gibt es schon.

Menschen, die sich erbarmen.
Die wegschauen
gibt es schon.

Menschen, die ums tägliche Brot bitten.
Die es sich täglich nehmen
gibt es schon.

Menschen, die ihr Leben ins Spiel bringen.
Die mit dem Leben anderer spielen
gibt es schon.

Menschen, die aufstehen gegen Gewalt.
Die auf Gewalt stehen
gibt es schon.

Menschen, die einander aufrichten.
Die einander richten
gibt es schon.

Menschen, die den Mut haben zu dienen.
Herren
gibt es schon.

Menschen, die für den Frieden leben.
Die für Kriege sterben
gibt es schon.

Menschen, die neu anfangen.
Die fertig sind
gibt es schon.

Gesucht
Menschen,
die Mensch werden wollen.





Jesus Christus,
von Anfang an warst du in Gott.
Seit Beginn der Menschheit warst du
lebendiges Wort.
Du bist gekommen und hast uns
das schlichte Vertrauen des Glaubens nahegebracht.
Es kommt der Tag,
an dem wir sagen können:
Ich gehöre Christus,
ich bin aus Christus.

(aus: In allem ein innerer Friede. Taizé)




Auferstandener Christus,
mit dir gehen wir vom Schatten zum Licht.
Unser Leben öffnet sich für den Heiligen Geist.
Er kommt und entfaltet in uns,
was wir nicht einmal zu hoffen wagten.

(aus: In allem ein innerer Friede. Taizé)





Heiliger Geist
deine Nähe ist Feuer.
Leben wir in Gemeinschaft mit dir,
hast du,
auch wenn ein Gebet scheinbar nicht erhört wurde,
schon in uns gehandelt,
und wir wissen vielleicht nicht wie.

(aus: In allem ein innerer Friede. Taizé)





Jesus Christus,
du lässt uns niemals in eine Mutlosigkeit taumeln,
sondern ermöglichst uns Gemeinschaft mit dir.
Mag es für jeden Menschen leidvolle Prüfungen geben -
vor allem ist da ein Erbarmen,
das von dir kommt.
Es belebt uns neu.

(aus: In allem ein innerer Friede. Taizé)




Josef, der Träumer

Josef, ein Traummann Gottes,
ein Traumpartner Marias,
ein Mann, der gerecht war,
der sich noch richtig Zeit lassen konnte,
der nachdenken, eine Sache überschlafen konnte.
Josef, ein Mann, der ein Ohr hatte für Gott,
der Gott und Mensch vertrauen konnte.
Josef, der Träumer,
Josef, der Traummann,
der sich traut,
Gott zu trauen.





Kennst du einen Menschen, wo du hingehen kannst,
wenn du selber nicht mehr weiter weißt,
dem du alles sagen kannst, was dich schon lange drückt,
der nicht sagt: Du bist total verrückt?
Geh zu diesem Menschen, geh zu ihm, zu ihr.
Und manchmal sei für andere selbst solch ein Mensch!

Kennst du einen Menschen, der dich sehr gut kennt:
deine Träume, deine Schmerzen, deine Schuld?
Der dich akzeptiert, so wie du wirklich bist,
der für dich ein starkes Kraftfeld ist?
Geh zu diesem Menschen, geh zu ihm, zu ihr.
Und manchmal sei für andere selbst solch ein Mensch!

Kennst du einen Menschen, der auch hart sein kann,
der dich fordert und dir nichts erspart?
Der dir manchmal wehtut und dich hinterfragt,
der dir offen seine Meinung sagt?
Geh zu diesem Menschen, geh zu ihm, zu ihr.
Und manchmal sei für andere selbst solch ein Mensch!

Kennst du einen Menschen, der vom Ziel was weiß,
von den Sackgassen und Umwegen auch?
Der die Spuren deutet, der den Kompass lesen kann,
der dich fragt: Wohin? Wozu? Und: Wann?
Geh zu diesem Menschen, geh zu ihm, zu ihr.
Und manchmal sei für andere selbst solch ein Mensch!

(Hermann Josef Coenen)





Getauft mit Wasser
und dem Heiligen Geist.
Mit Güte
Mit Liebe
Mit Zuwendung.

Getauft zur Umkehr
Zum Wagnis
Zu neuen Schritten
Zu kleinen und großen Veränderungen
Zu neuem Leben

Getauft als Tochter, als Sohn
Auf Ihn
Auf Dich - Gott: Vater, Sohn und Heiliger Geist.




Sinnsprüche und kurze Gedanken

Der Himmel geht über allen auf!

Wir danken dir, Herr, dass du mit uns bist.

Gott hält das Leben in der Hand.

Der Herr wird dich mit seiner Güte segnen.

Du bist das Licht der Welt.

JA sagen heiß beginnen, jeder Weg hat sein eigenes Ziel.

Meine Zeit steht in deinen Händen.

Der Herr ist mein Hirte.

Liebe ist nicht nur ein Wort, Liebe das sind Worte und Taten.

In deinem Namen wollen wir den Weg gemeinsam gehen.

Halte deine Träume fest, lerne sie zu leben.

Das Leben sieht mit Gottes Augen ganz anders aus.

Gemeinsam lösen wir alle Fragen.

Gib mir die richtigen Worte, gib mir den richtigen Ton.

Warum denn bauen wir nicht Bürcken zueinander?

Kommet alle zu mir, die ihr geplagt und beladen seid!

Manchmal feiern wir mitten im Tag ein Fest der Auferstehung.

Üerall weht Gottes Geist!

Steh auf, wenn dich jemand erniedrigt hat,
wenn dich jemand geschlagen hat,
wenn du dich verraten fühlst -
auch das ist Auferstehung.

Steh auf, wenn du meinst, es geht nicht mehr,
wenn du niedergeschlagen bist,
wenn du aufs Kreuz gelegt worden bist -
auch das ist Auferstehung.

Frieden beginnt, wo Habsucht, Hass und Gier aufhören.

Vergiss deine Träume nicht, wenn die Nacht wieder über dich hereinbricht.





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Segensgebete



Lateinamerikanischer Segen

Gott umhülle dich:
dass dir Luft zum Atmen bleibt,
dass dir Feuer zum Wärmen bleibt,
dass dir Wasser zum Trinken bleibt,
dass dir Erde zum Leben bleibt.
Gott umhülle dich.




Gott,
wir sagen dir Dank für alles Licht,
das du uns geschenkt hast.
Und wir bitten dich um deinen Segen
für diese Kerzen.
Wir bitten dich um dein Licht für alles,
was dunkel ist um uns.
Segne uns, Gott,
Quelle und Ursprung allen Lichtes.
Segne uns, Gott,
der Licht für alle Menschen ist.
Segne uns, Gott,
Leuchtkraft, die entzündet.
Segne uns, Gott,
Vater, Sohn und Geist.





Gott segne dich
und schenke dir
bunte Farben
ins Gewebe deiner Tage,
dass du graue Zeiten bestehen kannst,
ohne in Hoffnungslosigkeit
zu versinken.

Gott segne dich
und schenke dir und deinen Lieben
helle Töne der Heiterkeit
in die Melodie deines Lebens,
Befreiung und Leichtigkeit
und Tanz
ohne fliehen zu müssen
vor den Niederungen.

Gott segne dich
und schenke dir
guten Boden
unter deine Füße,
deine Wurzeln hineinzusenken
und genügend Halt zu finden,
um nicht heimatlos zu bleiben
auf dieser Erde.
Amen





Ich wünsche dir,
dass du Spuren der Freude hinterlässt und des Glücks,
Spuren der Hoffnung und der Liebe,
Spuren der Gerechtigkeit und des Friedens,
Dazu segne dich unser Gott
des Friedens, der Liebe und der Hoffnung,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.




Nun geht in Frieden und bringt den Frieden zu anderen.
Gott ermächtigt euch, seine Boten zu sein.
Andere wollen von euch hören, was ihr von Gott gehört habt.
Ihr könnt anderen tun, was Gott an euch getan hat.
So wird sein Wort zu eurem Wort, sein Werk zu eurem Werk.
Der Herr sei mit euch allen.





Dein Herz sei voll Zuversicht,
dass nach jedem Gewitter
ein Regenbogen am Himmel steht.

Der Tag sei dir freundlich,
die Nacht sei dir wohlgesinnt.

Die starke Hand eines Freundes
möge dich halten,
Gott möge dein Herz erfüllen
mit Freude und glücklichem Sinn.

(Irischer Segenswunsch)





Segen

Der Herr,
aus dessen Hand du kommst,
der dein Vater ist,
segne dich,
er lasse dich gedeihen
und wachsen an Leib und Seele.
Er behüte dich
vor Angst und Gefahr
und allem Argen.
Er lasse sein Angesicht leuchten über dir,
wie die Sonne über der Erde
Und sei dir gnädig,
vergebe dir deine Schuld
und mache dich frei.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich,
er schaue in Liebe auf dich
und tröste dich.
Er gebe dir Frieden,
das Wohl des Leibes
und das Heil der Seele.
So will es der Herr.
So gilt es in Zeit und Ewigkeit.
So gilt es für dich.
Und so segne euch der mitgehende Gott,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

(Aaron - Segen nach Jörg Zink)




Geh mit der Ansage,
dass uns Gott wichtig nimmt
und deshalb sein Tun
mit unserem Tun verbindet.
Dass Gott durch uns handelt
und nicht ohne uns,
den Hunger nach Gerechtigkeit
In dieser Welt stillt.

Geh mit der Absage
an alle Trägheit,
die die größtte Sünde der Gegenwart ist,
an alle Feigheit,
die uns daran hindert, den Mund aufzutun
für die Stummen und Schwachen,
an alle Ungerechtigkeit im Kleinen und Großen,
die wir oft als unabänderlich hinnehmen.

Geh mit der Zusage,
dass Gott bei uns und mit uns ist,
wenn wir in seinem Namen
hinausgehen und handeln.

So segne dich und alle Menschen,
die dir wichtig sind, für die du Verantwortung trägst,
der dreieinige Gott, der Vater, der Sohn und der Hl. Geist.
Amen.

(nach Kurt Rommel)





Segenswunsch

dein Friede möge auf uns herabkommen
dein Friede möge uns erfüllen
dein Friede möge uns unruhig machen
dein Friede möge uns sehnsüchtig machen
dein Friede möge uns Mut zum Dunkel geben
dein Friede möge uns Lust am Leben machen
dein Friede möge uns Vertrauen lehren
dein Friede möge uns auf die Suche schicken
dein Friede möge Antwort auf meine Fragen sein
dein Friede sei mit uns

(Andrea Schwarz)





Möge der auferstandene Christus dich segnen,
im Licht des neuen Tages.
O König der Könige,
der du den Tod überwunden hast,
steh uns bei.

Wie die Sonne den neuen Tag bringt,
so gibst du uns neue Hoffnung.
Das Blut aus deinen Wunden
verwandelt sich zum Quell neuen Lebens.

O Jesus, sei bei uns
in der Nacht und am Tag.

(aus Irland)




Samen bringen wir - segne sie, o Herr.
Felder bringen wir - segne sie, o Herr.
Geräte bringen wir - segne sie, o Herr.
Erntemesser bringen wir - segne sie, o Herr.
Hände bringen wir - segne sie, o Herr.
Uns selber bringen wir - segne uns, o Herr.

(aus Ost-Afrika)





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Tod und Auferstehung



Gott wird in ihrer Mitte wohnen, und sie werden sein Volk sein;
und er, Gott, wird bei ihnen sein.
Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen:
Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal.
(Offb 21,3-4*)




Wo bist du?
War meine Liebe zu schwach?
Sie konnte dich nicht halten.
War mein Geist zu träge?
Hätte ich mich wehren müssen?
Ich habe es zugelassen,
dass man dich operiert, dass man dich quält,
möglicherweise Fehler macht.
Ich bin kein Fachmann.
Habe vertraut.
Dem ärztlichen Können
und der göttlichen Macht.
Dann hatte Gott Erbarmen.
Er hat dich heimgeholt,
sein großes Amen gesprochen -
und mich zurückgelassen.
Mein Herz weint voll Sehnsucht nach dir.
Eins weiß ich: dir geht es gut.
Du bist bei Gott.

(Waltraud Thomas)





Der Tod ist keine Tür,
die endgültig schließt.
Es ist vielmehr eine Tür,
die auf ewig öffnet.

(Roland Leonhardt)





Auch wenn der heutige Tag dunkel erscheint,
er ist nicht der letzte.
Es gibt den helleren Tag, den Licht-Tag,
den Tag der Auferstehung und des Wiedersehens.

(Roland Leonhardt)




In einem Meer von Tränen

In einem Meer von Tränen
versinke ich
mein Gott.
In einen Abrund von Trauer
falle ich
mein Gott.
Und ich hoffe,
dass auf dem Boden des Meeres
das Leben ist
und in der Tiefe des Abgrundes
Du selbst
der alle Toten lebendig macht
mein Gott.

(Anton Rotzetter)





Auf der anderen Seite des Weges

der Tod ist nichts
ich bin nur in der Zimmer nebenan gegangen
ich bin ich, ihr seid ihr
das, was ich für euch war, bin ich immer noch
gebt mir den Namen,
den ihr mir immer gegeben habt
gebraucht nie eine andere Redeweise
seid nicht feierlich oder traurig
lacht weiterhin über das,
worüber wir gemeinsam gelacht haben
betet, lacht, denkt an mich
betet für mich,
damit mein Name im Hause ausgesprochen wird
so wie es immer war
ohne irgendeine besondere Bedeutung
ohne die Spur eines Schattens
das Leben bedeutet das, was es immer war
der Faden ist nicht durchschnitten
warum soll ich nicht mehr in euren Gedanken sein,
nur weil ich nicht mehr in eurem Blickfeld bin?
ich bin nicht weit weg

ich bin nur auf der anderen Seites des Weges.

(Verfasser unbekannt)





Vielleicht empfinden viele von uns so, wenn wir einen lieben Menschen verloren haben:

Du gehst fort.
Wir wissen nicht, wohin du gehst.
Uns allen voraus?
Wir wissen nur, dass du nie wieder zur Tür herein kommst,
dass wir nie wieder deine Stimme hören, dein Lachen, deinen Atem.
Keine Umarmung mehr, kein Kuss, keine zärtliche Berührung, keine Gespräche, keine gemeinsamen Zukunftspläne.

Wir wissen nicht, wo du jetzt bist.
Und doch können wir dich an allen Orten wieder finden, an denen du deine Spuren hinterlassen hast.
Spuren auf dieser Erde, Spuren in unserem Herzen, und derer sind so viele.
Wer dich geliebt hat, kann dich überall finden.
Ein kleiner Trost in der Traurigkeit.

Was bleibt, ist die geschenkte Liebe!
Sie wird zur Straße ins Jenseits, zum Tor des Himmels.
Die gelebte Liebe wird zur Hoffnung auf ein Wiedersehen,
auf eine gemeinsame Zukunft in der Vollendung Gottes.




Einmal wird uns gewiss
die Rechnung präsentiert
für den Sonnenschein
und das Rauschen der Blätter,
für die sanften Maiglöckchen
und die dunklen Tannen,
für den Schnee und den Wind,
den Vogelflug und das Gras
und die Schmetterlinge,
für die Luft, die wir geatmet haben,
und den Blick auf die Sterne
und für all die Tage,
die Abende und die Nächte.

Einmal wird es Zeit,
dass wir aufbrechen und bezahlen.
Bitte die Rechnung.
Doch wir haben die Rechnung
ohne den Wirt gemacht:
Ich habe euch eingeladen,
sagt Gott und lacht
soweit die Erde reicht:
Es war mir ein Vergnügen!

(nach Lothar Zenetti)





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Advent



Advent - alles beginnt mit der Sehnsucht -
Unsere Sehnsüchte,
so groß oder klein sie auch sein mögen,
sind Sehnsüchte die nach dem rufen,
der unseren Sehnsüchten Erfüllung geben kann.

Advent ist die Zeit der Sehnsucht,
verankert im menschlichen Alltag
als Ausblick auf Ewiges.

(Christa Kokol)




Barbarazweig

Zweig, der dürr ist,
Zweig, der starr ist,
Zweig, der kalt ist.

Bricht doch auf!

Zweig, bring Knospen,
Zweig, bring Blüten
Zweig, bring Leben.

Öffne dich!

Zweig der Hoffnung,
Zweig der Liebe
Zweig der Weihnacht.

Jesus komm!

(AutorIn unbekannt)





ADVENT

A Fensterl aufmachn jedn Tag
und schaun, was dahinter is,
a Kerzerl anzündn jedn Sunntag,
und zuaschaun, wia's brennt,
und woartn.
Auf was?

Auf's Fensterlaufmachn jedn Tag
auf's Schaun, was dahinter is,
auf's Kerzerl anzündn jedn Sunntag,
auf's Zuaschaun, wia's brennt,
und woartn.
Auf was?

Auf des, was d' da lang scho hamlich wünschst,
auf was besunders Schöns,
was unserans bestimmt nia kriagn wird,
aba drauf gfasst muasst sein,
und wartn.

(AutotIn unbekannt)





Advent

Da kommt einer - und du übersiehst ihn!
Da geht einer auf dich zu - und du bist verschlossen!
Da klopft einer bei dir an - und du überhörst ihn, weil du so geschäftig putzt!
Da tritt einer bei dir ein - und du bist außer Haus!
Da wohnt einer bei dir - und du wirfst ihn raus!
Da will einer sich mitteilen - und du schneidest ihm das Wort ab!
Da wartet einer auf dich - und du zeigst ihm den Rücken!
Da hat einer unendlich viel Zeit - und du bist nie zu sprechen!
Da bringt einer Ruhe - und du bist zerstreut!
Da kommt einer - und du siehst nur dich!
Solange er immer noch kommt - kannst du dich ändern!




ADVENT

ist eine Zeit, in der wir einander
Hoffnung zusprechen.

Hoffnung, die ihren Ursprung in der
Menschwerdung Gottes hat.

Hoffnung, dass der verheißene Friede
wahr werden möge.

Hoffnung, dass Menschen in ihrer Hektik
anhalten können.

Hoffnung, dass Menschen
aus ihrer Zerrissenheit herausfinden.

Hoffnung, dass wir selbst zur Besinnung kommen,
unsere Sinne neu auszurichten:
auf das Wesentliche,
auf das, was unserem Leben Richtung gibt,
auf den Weg, der uns durch Jesus aufgezeigt wird.

(AutorIn unbekannt)





Adventruf

Wie die Sonne aufgeht
nach dunkler Nacht,
so bist Du, Gott, uns Licht.

Komm doch zu uns und bleibe bei uns,
denn du bist uns Licht.

Wie die Blüte aufbricht
nach kaltem Frost,
so bist Du, Gott, uns Trost.

Komm doch zu uns und bleibe bei uns,
denn du bist uns Trost.

Wie ein Stern aufstrahlt
in Finsternis,
so bist Du, Gott, uns Weg.

Komm doch zu uns und bleibe bei uns,
denn du bist uns Weg.

Komm doch zu uns und bleibe bei uns,
unser Licht, unser Trost, unser Weg!

(H. Neubauer)





Gottes Wort
zeige dir Wege und Richtung
Gottes Licht
sei dir Stern in der Dunkelheit
Gottes Kraft
stütze dich in schwachen Tagen
Gottes Weg
führe dich durch Wüsten
Gottes Plan
baue dein Haus auf festen Felsen
Gottes Freiheit
löse die Fesseln deines Ichs
Gottes Quelle
lösche den Durst deiner Sehnsucht
Gottes Regenbogen
sei dir Ausgang und Eingang
Gottes Geist
ruhe immerdar auf dir





Da kommt Einer
und Du übersiehst ihn!
Da geht Einer auf Dich zu -
und Du bist verschlossen!
Da klopft Einer bei Dir an
und Du verschläfst ihn!
Da tritt Einer bei Dir ein
und Du bist außer Haus!
Da wohnt Einer bei Dir
und Du wirfst ihn raus!
Da will Einer sich mitteilen -
und Du schneidest ihm das Wort ab!
Da wartet Einer auf Dich
und Du zeigst ihm den Rücken!
Da fragt Einer um Hilfe
und Du verhärtest Dein Herz!
Da lässt Einer Geschenke zurück
und Du vergräbst sie!
Da hat Einer unendlich Zeit
und Du bist nie zu sprechen!
Da bringt Einer Ruhe
und Du bist zerstreut!
Da kommt Einer
und Du siehst nur Dich!

Solange Er immer noch kommt
kannst Du Dich ändern!






Manchmal muss ich mich suchen gehen,
damit ich nicht ersticke
im Berg der Arbeit.

Manchmal muss ich mich suchen gehen,
damit ich mich nicht verliere
im Irrgarten der Gedanken.

Manchmal muss ich mich suchen gehen,
damit ich wieder glauben kann
in den Zweifeln meiner Nächte.

Manchmal muss ich mich suchen gehen,
damit ich wieder sehe
in dem Nebel meiner Wünsche.

Manchmal muss ich mich suchen gehen,
damit ich mich wieder höre
in der Wirrnis der Stimmen.

Manchmal muss ich mich suchen gehen,
damit ich mich wieder öffne
für die Welt,
für den anderen,
für Gott.

Manchmal muss ich mich suchen gehen,
damit ich wieder ich selber bin
und nicht nur ein Schatten.






Adventsegen

Der Herr segne uns und schenke uns
langen Atem in dieser Zeit,
da alle rennen, alle drängen.

Er lasse uns die Ruhe finden,
die wir brauchen, um Ihm zu begegnen,
damit wir nicht vergeblich warten
auf den, der kommen will.

Er lasse den Tau der Gerechtigkeit
auf uns herabkommen,
damit unsere Hoffnung auf Gott wachsen
und unser müder Glaube sich erfrischen kann.

Er schenke uns das Vertrauen,
dass Er wirklich kommt
zu uns und wir Ihn sehen,
so wie Er ist:

als Gott, der uns liebt
und an uns denkt
seit dem Tag, da wir geboren:
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.




In der Dunkelheit warten wir auf Licht.
Dass in der finsteren Nacht
uns ein Licht aufbricht.

Gib uns offene Augen,
damit wir die mutmachenden Hoffnungszeichen
in der Welt nicht übersehen.

Gib uns offene Augen,
damit wir sehen, wo wir helfen können.

In der Dunkelheit warten wir auf Licht.
Dass in der finsteren Nacht
allen Menschen ein Licht aufbricht.





Ich habe auf das Licht gewartet
aber vielleicht
ist das Warten
schon das Licht

ich habe auf die Erfüllung gewartet
aber vielleicht
ist die Sehnsucht
schon die Erfüllung

ich habe auf die Freude gewartet
aber vielleicht
waren die Tränen
schon Zeichen des Lebens

ich habe auf Gott gewartet
und ein Kind kommt zur Welt

(Andrea Schwarz)





Meistens wird Gott ganz leise Mensch

die Engel singen nicht,
die Könige gehen vorbei,
die Hirten bleiben bei ihren Herden.

Meistens wird Gott ganz leise Mensch.
Von der Öffentlichkeit unbemerkt,
von den Menschen nicht zur Kenntnis genommen.
In einer kleinen Zweizimmerwohnung,
in einem Asylantenwohnheim,
in einem Krankenzimmer,
in nächtlicher Verzweiflung,
in der Stunde der Einsamkeit,
in der Freude am Geliebten.

Meistens wird Gott ganz leise Mensch,
wenn Menschen zu Menschen werden.

(Andrea Schwarz)




"Und in der Herberge war kein Platz..."

Sie suchten,
verloren im Dunklen der fremden Stadt.

Sie sichen, sie fragen...
sie bleiben allein
im Dunkeln der Nacht.

Sie suchen ein Licht,
Wärme und Liebe.

Sie bleiben allein.

Menschen-
verloren-
in der Kälte einer hetzenden Zeit.

Sie klopfen,
sie fragen...
siche suchen
Liebe und Wärme,
ein tröstendes Wort.

Lassen wir sie ein?





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Weihnachten



In jenen Tagen

In jenen Tagen
da erließ wieder einmal einer der Herrscher einen Befehl -
und alle gehorchten.

In jenen Tagen aber
hatte Gott eigene Pläne -
und er sandte seinen Boten, seinen blitzschnellen Einfall,
um die Menschen auf seine Ankunft hinzuweisen.

In jenen Tagen
tanzten die Sterne, sangen die Engel, leuchteten die Menschen -
denn sie begegneten Gott im Kind.

Menschwerdung
in jenen Tagen -
und auch heute noch.

(Monika Liedler)




Eine Kerze durchbricht die Dunkelheit.
Weit leuchtet das Licht.

Ein Tropfen Wasser tränkt die Trockenheit.
Weit sieht man das Grün.

Ein Kind durchbricht die Einsamkeit.
Weit klingt das Lachen.

Viele Kerzen, viele Tropfen, viele Kinder -
Wie hell wird unsere Welt.

(Monika Liedler)





Menschwerdung

Niemand zwang ihn
zu kommen

und er fand:
Götter gab es genug

Da zog er sich
in den äußersten
Winkel
zurück

in einen
Stall
an ein
Holz

Seitdem spielt er
nur noch
eine untergeordnete
Rolle
eine

menschliche

(Wilhelm Bruners)





Im Schnee
an die Kraft der Krokusse
glauben

Unter alter Haut
den neuen Menschen
wachsen lassen

Im Dämon der Nacht
wie Jakob den Engel
spüren

Im Fallen
auf Gottes große Hände
hoffen.

(Wilhelm Bruners)




Es werde,
es werde
hell auf der Erde.

Aus klein werde groß,
aus wenig werde viel,
aus dunkel werde hell.

Aus Trauer werde Freude,
aus Hass werde Liebe,
aus Wüste werde Garten.

Aus Heute werde Morgen,
aus Worten werden Taten,
aus Erde werde Himmel.

Aus Knospe werde Blüte,
aus Korn werde Ähre,
aus Tropfen werden Meere.

Es werde,
es werde
hell auf der Erde.

(Wilhelm Willms)





Und das Wort ist Fleisch geworden
und hat unter uns gewohnt.
Und das Wort ist nicht Wort geblieben,
sondern Fleisch geworden.
Und das Evangelium ist nicht Theorie geblieben,
sondern Praxis geworden.
Und der Glaube ist nicht Utopie geblieben,
sondern gelebt worden.
Und die Hoffnung ist nicht Phantasie geblieben,
sondern Wirklichkeit geworden.
Und Gott ist nicht abstrakt geblieben,
sondern Mensch geworden.

(Monika Liedler)




Gehen wir gemeinsam zur Krippe
mit unseren blockierenden Ängsten,
mit unserer Sehnsucht nach Erlösung.

Gehen wir gemeinsam zur Krippe,
teilen wir mit den anderen,
was uns bedrückt
und lassen wir uns beflügeln
von dem, was uns entgegenkommt.

Gehen wir gemeinsam zur Krippe,
horchend auf die Stimme
unseres Herzens,
die uns zur Hoffnung bewegt.
Denn Gott kommt bei uns an.

Gehen wir gemeinsam zur Krippe,
damit er uns die Augen öffnet
und wir ihn erkennen
durch all den Weihnachtszauber hindurch,
der uns den Blick
auf den Menschgewordenen verstellt.
Er ist da: Mitten unter uns.

Gehen wir gemeinsam zur Krippe,
damit wir das Geheimnis
des Weihnachtsfestes entdecken.




Im Anfang war das Wort Gottes.
Und das Wort ist Fleisch geworden.

Mitmensch den Menschen.
Freund den Einsamen.
Tröster den Trauernden.
Helfer den Hilflosen.
Heiler den Kranken.
Stimme den Sprachlosen.
Licht den Blinden.

Und das Wort ist Fleisch geworden.
Nicht Schall und Rauch.
Das Wort ist Tat geworden.

(Monika Liedler)





Als tiefes Schweigen das All umfing
und die Nacht bis zur Mitte gelangt war,
da stieg dein allmächtiges Wort
vom Himmel herab.

Wer schweigt, kann Gottes Wort hören.
Wer still wird, kann Gottes Ruf vernehmen.
Wer wach ist, kann Gottes Gegenwart spüren.
Wer sein Herz öffnet, kann Gott begegnen.
Wer seine Hände ausstreckt, kann Gott umarmen.
Wer sich selbst vergisst, vermag Gott zu lieben.

Der Sohn Gottes erleuchte unsere Wege
und lenke unsere Schritte,
öffne unsere Welt für die Liebe
und führe uns zum Frieden.





Weihnachten ist Menschwerdung

Gott wird Mensch aus Liebe
Gott wird Mensch damit wir menschlich werden
Gott wird Mensch damit wir göttlich werden

Weihnachten ist Menschwerdung

In den Kleinen,
in den Unscheinbaren,
in den Ängstlichen,
in den Einsamen
wird Gott Mensch

In den Fröhlichen,
in den Liebevollen,
in den Fürsorgenden
wird Gott Mensch

Weihnachten ist Menschwerdung

Heute in meiner Familie,
heute in meinen Beziehungen,
heute in meiner Arbeit,
heute in meinem Alltag,
heute in meinem Leben
wird Gott Mensch

(Monika Liedler)




Wenn ein Licht in der Dunkelheit
Menschen zusammenführt,
jeder die Einsamkeit
nicht mehr so drückend spürt,

wenn du nach langer Zeit
wieder an Freunde denkst,
denen in Freud und Leid
du deine Nähe schenkst,

wenn sie weit weg von dir
und doch nicht ferne sind,
dann sind wie Sterne wir,
freut sich in uns das Kind.

(Johannes Bernhard Uphus)





Dann leuchtet ein Stern

Wenn du versuchst, so zu leben,
wie Gott dich gemeint hat,
wenn du dein ursprüngliches Bild
in dieser Welt sichtbar werden lässt,
dann trägst du dazu bei,
dass diese Welt heller und heiler wird.

Wenn wir miteinander so leben,
wie es Gott uns zutraut,
dann werden wir immer mehr
die Nacht dieser Welt erleuchten und
zu Lichtträgern der Hoffnung werden.

Dort wo du lebst,
leuchtet dann mitten in der Nacht ein Stern,
auch wenn er noch so klein ist.
Aber dieser eine Stern
verwandelt die Nacht.




Folge dem Stern
traue deiner Intuition
die dich entschiedener werden lässt

Folge dem Stern
der dich zusammenführt mit andern
die die Menschenfreundlichkeit Gottes
in allen Dimensionen des Lebens suchen

Folge dem Stern
der deine dunklen Seiten erhellt
im wohlwollenden Blick der Verwandlung

Folge dem Stern
der Menschen verschiedener Kulturen
zur Begegnung beim Essen und Trinken führt

Folge dem Stern
der deinen Hunger und Durst nach Gerechtigkeit
weiterträgt in dein soziales Engagement

Folge dem Stern
der dich an deine königliche Würde erinnert
sie entlastet dich davon
dir und anderen etwas beweisen zu müssen:
du darfst sein wie du bist

(Pierre Stutz)




Entgrenzung

Hier geschieht Entgrenzung.
Selbst in der weiten Ferne
wird das Geschehen in Betlehem wahrgenommen.
Menschen von dort
machen sich auf den Weg.
Sie suchen das neugeborene Kind.
Sie finden das Kind.

Das Kind lässt sich auch von mir finden.
Das Ferne wird nah.





Wunschengel

Manchmal wünsch ich mir, ein Engel käme
und würde mir den Weg zeigen -
wie damals Rafael dem Tobias.

Manchmal wünsch ich mir, ein Engel käme
und würde mir frohe Botschaften bringen:
"Fürchte dich nicht! Bei Gott ist nichts unmöglich" -
wie damals Gabriel der Gottesmutter.

Manchmal wünsch ich mir, ein Engel käme
und würde in all mein Denken hineinsprechen:
"Der Immanuel, der Gott -mit-uns, ist schon da"-
wie damals der Engel in Josefs Traum.

Manchmal wünsch ich mir, ein Engel käme
und würde mich zur Krippe führen,
wo ich Gott im Unscheinbaren begegne -
wie damals der Engel die Hirten in Betlehem.

Manchmal wünsch ich mir, ein Engel käme
und würde den Stein von meinem Herzen wälzen,
damit ich den Lebendigen bei den Menschen suche -
wie damals der Engel am Ostermorgen in Jerusalem.

Jedes Mal, wenn ich um mich schaue,
sehe ich viele Engel, die meinen Weg kreuzen -
Engel mit Menschengesichtern,
Menschen mit Engelsgesichtern,
die mich glauben lassen:

Die Botschaft von der Menschenfreundlichkeit unseres Gottes,
die Kunde seiner Menschwerdung, wird täglich neu gesagt:
"HEUTE ist euch der Heiland geboren,
Christus, der HERR!"

(Wilfried Schuhmacher)





Gott kommt gern -
verlässt den Himmel,
weil er weiß, dass es
auf Erden längst nicht mehr
himmlisch ist.

Gott kommt gern -
nicht nur einmal im Jahr.
Gott kommt gern -
in den Abgrund meiner Seele.
Gott kommt gern -
in meine Ehekrise.

Gott kommt gern -
in den "Stallgeruch" meines Lebens.
Gott kommt gern -
weil er uns gern erlösen möchte.

Gott kommt gern -
in dem er mir einen Menschen
in den Weg schickt,
dem ich meine Not sagen kann.
Gott kommt gern -
weil die Liebe sein Antriebsmotor ist.
Gott kommt gern -
so wie er es damals versprochen hat -
als Heiland zu dir und zu mir.

(Heidi Heinemann)




Gott hat sich klein gemacht für uns.
Gott kommt nicht mit äußerer Macht,
sondern er kommt in der Ohnmacht
seiner Liebe, die seine Macht ist.
Er gibt sich in unsere Hände.
Er bittet um unsere Liebe.
Er lädt uns ein, selbst klein zu werden,
von unseren Thronen herunter zu steigen
und das Kindsein vor Gott zu erlernen.
Er bietet uns das Du an.
Er bittet, dass wir ihm vertrauen
und so das Sein in der Wahrheit
und in der Liebe erlernen.

Papst Benedikt XVI.
(Festgottesdienst in Mariazell, 8.9.07)





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Fastenzeit



Aschermittwoch und Aschenkreuz

"Kehr um und glaub der Heilsbotschaft!"

Die Asche ist Zeichen menschlicher Gebrechlichkeit
und Todverfallenheit, aber auch Zeichen neuen Lebens.
In früheren Zeiten wurde mit Asche gewaschen:
Asche hat reinigende Kraft.
Auf den Feldern werden bis heute die Stoppeln verbrannt:
Asche schafft die Voraussetzung für neues Wachsen.
Asche wurde den Sündern auf das Haupt gestreut:
Asche reinigt von Schuld und gibt Kraft zu neuem Leben.
Die Asche für die Spendung des Aschenkreuzes
wird aus den verbrannten Palmzweigen des Vorjahres
bereitet und vom Priester gesegnet.
Sie wird so für uns zum Zeichen des Weges vom Tod zum neuen Leben.





FASTENZEIT - Besinnung auf Wesentliches

Die Fastenzeit ist eine Zeit der Einfachheit.
Mit Wachsamkeit und Ehrlichkeit uns selbst gegenüber versuchen wir,
unser Leben im Glauben zu erneuern.
Diese Erneuerung kann für jeden etwas anderes bedeuten.
Fastenzeit bedeutet, sich wieder auf das Wesentliche zu besinnen
und dabei alles, was überdeckt und überlagert, abzutragen.





Scherben

Fang den Tag von heute
nicht mit den Scherben von gestern an

Der Tag von gestern,
alle Tage und alle Jahre von früher sind vorbei,
begraben in der Zeit.
An ihnen kannst du nichts mehr ändern!

Hat es Scherben gegeben?
Schlepp sie nicht mit dir herum!
Denn sie verletzen dich Tag für Tag,
und zum Schluss kannst du nicht mehr leben.

Es gibt Scherben, die wirst du los
wenn du sie Gott in die Hände legst.

Es gibt Scherben, die kannst du heilen,
wenn du ehrlich vergibst.

Und es gibt Scherben
die du mit aller Liebe nicht heilen kannst.
Die musst du liegen lassen.





Ich kann fasten und dabei nur mich selber suchen.
Ich kann beten und Gottesdienste besuchen
und nur um mich kreisen, um mich und mein Wohlergehen.

Mein Fasten, mein Beten, mein Gottesdienstbesuchen
wollen und sollen mich ändern, wollen mich senden.
Ändern, verändern kann ich mich immer.

Der Anruf Gottes gilt mir immer.
Ich muss nur auf sein Wort Antwort geben.
Dieses Wort, das mir Hoffnung ist und Hoffnung gibt,
ruft mich heraus,
heraus zur Schwester, zum Bruder,
heraus zum Geringen und Notleidenden.

Immer eine neue Antwort, eine neue Tat ist gefragt,
weil die Menschen, die Situationen immer anders sind.
Kreativität und Christsein gehören zusammen.

(AutorIn unbekannt)





Wer leben will
wie Gott auf dieser Erde,
muss sterben wie ein Weizenkorn
muss sterben, um zu leben.

Er geht den Weg, den alle Dinge gehen;
Er trägt das Los, er geht den Weg,
er geht ihn bis zum Ende.

Der Sonne und dem Regen preisgegeben,
das kleinste Korn in Sturm und Wind
muss sterben, um zu leben.

Die Menschen müssen füreinander sterben.
Das kleinste Korn, es wird zum Brot
und einer nährt den anderen.

Den gleichen Weg ist unser Gott gegangen;
uns so ist er für dich und mich
das Leben selbst geworden.

(Huub Oosterhuis)





Du für mich

Du für mich - wie so groß ist die Liebe.
Du für mich - Deine Arme so weit.
Du am Kreuz, das ist mehr, als ich fassen kann,
eine Quelle der Gnade - und so ziehst Du mich an.

Du für mich - wie so groß ist die Liebe.
Du für mich - Deine Arme so weit.
Du am Kreuz, das ist Ohnmacht,
die stärker ist als der Hass und das Dunkel.
Welch ein Licht Du doch bist!

Du für mich - wie so groß ist die Liebe.
Du für mich - Deine Arme so weit.
Du am Kreuz, das ist Kraft zur Versöhnung hin.
So wie Du zu vergeben, alle Hoffnung liegt darin.

Du für mich - wie so groß ist die Liebe.
Du für mich - Deine Arme so weit.
Du am Kreuz, das ist Weg und Ziel zugleich,
will das Leben ich finden, in der Armut so reich.

(Kathi Stimmer-Salzeder)





Er nahm den Tod in Kauf

er nahm
den tod
in kauf

er gab
sein leben
in zahlung

er machte
unser soll
zum haben

(Wilhelm Willms)




Dein Kreuz durchkreuze mein Leben

Jesus Christus
mein Nächster und Gott
mein Bruder und Herr
mein Freund und Gebieter

Lass mich Dich suchen und finden
in jedem Wort
in jeder Geschichte
in meinem Leben
im Leben der Welt

Dein Kreuz
durchkreuze
mein Gedächtnis
mein Denken
mein Wollen
und mache alles neu

(Anton Rotzetter)





Ich kenne einen

der ließ sich von uns die Suppe versalzen
der ließ sich von uns die Chancen vermasseln
der ließ sich von uns das Handwerk legen
der ließ sich von uns für dumm verkaufen
der ließ sich einen Strick drehen
der ließ sich an der Nase herumführen
der ließ sich übers Ohr hauen
der ließ sich von uns kleinkriegen
der ließ sich von uns aufs Kreuz legen
der ließ sich von uns Nägel mit Köpfen machen
der ließ sich zeigen was ein Hammer ist
der ließ sich von uns festnageln auf sein Wort
der ließ sich seine Sache was kosten
der ließ sich sehen am dritten Tag
der konnte sich sehen lassen

(Lothar Zenetti)




Fastenzeit

Wenn Du wirklich einfach leben willst,
dann mache Inventur.
Es geht ganz leicht.

Prüfe,
wie viel Du wiegst,
und falls Du zu schwer bist,
denke nach, wieso Du Übergewicht hast.

Zähle,
wie viele Schuhe, Krawatten, Pullover, Handtaschen,
Handschuhe, Blusen, Mäntel, Anzüge, Kleider
Du hast,
und wie viele davon immer oder fast immer
ungenützt irgendwo aufbewahrt werden.

Überlege, wie viel Geld Du monatlich für
Dein Hobby und wie viel Du für
Menschen in Not ausgibst.

Ende der Inventur.

Wenn Du Mut hast,
dann überlege jetzt,
was Du ändern musst.

Und wenn Du wirklich Mut hast,
dann ändere Dich.

Fasten = sich ändern.




Weck uns auf

Weck uns auf
Lebendiger Gott
Aus dem Schlaf der Sicherheit
weck uns auf
Aus dem Tod der Liebe
weck uns auf
Aus der Faulheit des Denkens
weck uns auf
Aus dem Schlaf der Selbstgenügsamkeit
weck uns auf
Aus dem Tod der Hoffnung
weck uns auf
Aus der Dürre der Phantasie
weck uns auf

Anton Rotzetter





VERÄNDERUNG

Ich kann fasten und dabei nur mich selber suchen.
Ich kann beten und Gottesdienste besuchen und
nur um mich kreisen, um mich und mein Wohlergehen.

Mein Fasten, mein Beten, mein Gottesdienstbesuchen
wollen und sollen mich ändern, wollen mich senden.
Ändern, verändern kann ich mich immer.

Der Anruf Gottes gilt mir immer.
Ich muss nur auf sein Wort Antwort geben.
Dieses Wort, das mir Hoffnung ist und Hoffnung gibt,
ruft mich heraus,
heraus zur Schwester, zum Bruder,
heraus zum Geringen und Notleidenden.

Immer eine neue Antwort, eine neue Tat ist gefragt,
weil die Menschen, die Situationen immer anders sind.
Kreativität und Christsein gehören zusammen.

Autorln unbekannt





Kreuzweg


1. Station: Jesus betet am Ölberg und seine Freunde schlafen

Jakobus:
Nein, wir haben nicht geschlafen am Ölberg. Wer hätte schlafen können in einer solchen Nacht. Wir waren viel zu aufgeregt. Nach dem Mahl sind wir zum Ölberg gegangen. Jesus sprach kein Wort mehr. Er ging mit raschen, weiten Schritten, er hatte einen merkwürdig starren Blick und sein Atem ging schnell. Er sagte zu uns "Betet". Er ging noch ein paar Schritte weiter. Wir sahen, dass er betet, dass er zittert, dass er Angst hat. Seine Angst übertrug sich auf uns. Die Angst zitterte in der Luft. Meine Hände wurden feucht.
Plötzlich kam von irgendwoher ein Geräusch. Jesus schnellte herum, starrte mit weit geöffneten Augen in die Dunkelheit. Suchend. Lauschend. Dann kam er auf uns zu. Was sollten wir jetzt sagen? Trösten? Mut machen? Ich schloss die Augen, tat so als hätte ich nichts gesehen, als würde ich schlafen. Er weckte uns, mehr traurig als vorwurfsvoll.

Gebet:

Herr, oft sind wir von Angst geprägt, auch wenn wir es nicht zugeben wollen. Wir haben Angst um unsere Freiheit, um die Familie, Angst vor der Zukunft, vor dem Tod und oft vor dem Leben. Herr, du bist unseren Weg vorausgegangen, du hast Angst gehabt. Du trägst auch unsere Angst.

2. Station: Simon verleugnet Jesus und bleibt trotzdem der Fels

Petrus:
Glaubt ihr wirklich, ich hätte mich vor ein paar Mägden gefürchtet und deshalb geleugnet? Ich habe geleugnet, sein Anhänger zu sein, ihn zu kennen. Warum wohl? Immerhin war ich am Ölberg der einzige, der zugeschlagen hat, weil ich dachte, jetzt sei es endlich so weit. Aber - Jesus ergibt sich! In diesem Augenblick hatte ich den Glauben verloren. Das kann nicht der Retter Israels sein. Wir hatten uns geirrt. Wenn er sich so ergibt und nicht kämpft, kann er nicht der Messias sein. Ich war enttäuscht, unsagbar enttäuscht. Ich ging weg wie ein gebrochener Mann.
Später ging ich mit Johannes zum Palast des Hohenpriesters. Jetzt, dachte ich, jetzt muss er ein Wunder wirken. Messias, Retter, Erlöser! Aber nichts geschah. Kein Zeichen, Gott schwieg. Und als mich dann die Mägde fragten, ob ich zu ihm gehörte, sagte ich nein. Nein, diesen Mann will ich nicht mehr kennen. Das war nicht mein Messias, der da geschlagen und verspottet wird.
Ich ging nach Hause und schloss mich ein. Ich wollte keinen Menschen sehen, wollte diese Tragödie nicht miterleben. Später kam Johannes: ich sollte ihn nach Golgotha begleiten. Ich wollte nicht. Ich wollte ihn nicht so sehen. Erst später dachte ich: Wäre ich mitgegangen, hätte ich ihm vielleicht das Kreuz abgenommen. Simon Petrus statt Simon von Zyrene.

Gebet:

Herr, wir machen uns ein Bild von dir und wenn du nicht hineinpasst, dann zweifeln wir nicht an unserem Bild, sondern an dir. Herr, wir brauchen dich, damit du uns stärkst, wenn wir zweifeln, damit du uns trägst, wenn wir leugnen. Hilf uns glauben, wenn wir nicht mehr glauben können.

3. Station: Jesus wird verspottet und ein Soldat erkennt

Ein römischer Soldat:
Ob er mir leid tat? Wieso - er war doch kein Römer. Gewöhnlich ziehen die Verurteilten eine Schau ab - brüllen, winseln, bitten, fluchen, flehen. Sie reizen einen geradezu, noch kräftiger zuzuschlagen.
Aber da war nun einer, der gab keinen Laut von sich. Der war still, zuckte nur unwillkürlich zusammen bei jedem Schlag. Dann brachte man die Tafel, die dem Verurteilten voran getragen wird, wenn er nach Golgotha geht. König der Juden stand darauf. Das war das Stichwort - ein roter Fetzen, ein paar Dornenranken als Krone - schon ist der König fertig. Wir hatten dieses Spiel schon oft gespielt: Kniebeuge und Fußtritt.
Er aber rührte sich nicht. Da öffnete er die Augen und sah mich an. Was waren das für Augen! Nicht als bäte er um Mitleid, sondern so, als hätte er Mitleid mit mir! Seine Augen - seine Augen verfolgten mich!

Gebet:

Herr, oft ist die Last zu groß, Stress, Streit, Spott, niemand versteht mich, ich bin ganz alleine. Ich komme mir gebrochen vor, zusammengebrochen. Herr, wenn wir nicht aushalten, dann kommst du und gibst uns Hoffnung und Trost.

4. Station: Jesus wird verurteilt und Pilatus sucht bei andern die Schuld

Pilatus:
Schuldig oder unschuldig - darauf kam es nicht an. Ich habe ja versucht, ihn laufen zu lassen. Warum hat er sich nicht besser verteidigt? Schweigt zu allen Anschuldigungen. Spricht so, als sei ich der Angeklagte, er der Kläger. Da versuche ich, gerade und gerecht zu sein - und dann?
Ich hätte ihn retten können. Ich hätte mich weigern können, das Todesurteil auszusprechen. Ich habe hier die Macht. Aber ich war in einer Zwangslage - die Drohungen der Hohenpriester. Und die Leute - erst haben sie ihm zugejubelt, jetzt können sie ihn nicht schnell genug sterben sehen.
Ich muss mich ablenken. Es ist nun einmal passiert. Und genau genommen bin nicht ich schuld. Schuld sind die, die mich so weit gebracht haben. Schuld sind die anderen.

Gebet:

Schuld sind immer die anderen. Ich versuche, die Schuld auf andere zu schieben, versuche mich zu ent - schuldigen. Herr, du bist unsere einzige Ent - schuldigung. Du ent - schuldest uns. Du trägst unsere Schuld und unsere Last!

5. Station: Jesus muss das Kreuz tragen und Bar Abbas ist frei

Bar Abbas:
Ich habe keine Kranken geheilt. Ich habe nicht Liebe gepredigt, sondern Hass. Ich habe zurückgeschlagen mit dem Schwert und zum Aufstand aufgerufen. Ja, ich habe getötet. Ich nenne es Notwehr - im Kampf gegen die Römer. Die Römer nennen es Mord. Wir haben sie aus dem Hinterhalt überfallen. Und wir hatten das Risiko einkalkuliert, dass sie uns zum Tod verurteilen, wenn sie uns erwischen. Wer die Menschen erlösen will, darf nicht auf die eigene Sicherheit schauen.
Da hieß es, ein neuer Messias sei in Jerusalem. Das Volk juble ihm zu. Und ich begann wieder zu hoffen. Vielleicht holt er mich noch rechtzeitig hier heraus. Jesus von Nazaret. Dann erschien der Zenturio und ich dachte: jetzt bist du an der Reihe. Jetzt zeig, dass du ein Mann bist, der sterben kann!
Aber, er ließ mich laufen. Ich war frei! Das Volk hatte wählen dürfen zwischen Jesus von Nazaret und mir. Das Volk hat Bar Abbas gewählt. Den anderen schlugen sie ans Kreuz, an mein Kreuz.
Erst viel später habe ich erfahren, wie alles gelaufen war. Aber ich glaube, ich bin der einzige, der hautnah gespürt hat, dass dieser andere fr ihn stirbt. Dieser Jesus starb für mich, an meiner Stelle, an meinem Kreuz.

Gebet:

Herr, du bist für alle gestorben, nicht nur für deine Freunde, sondern auch für deine Feinde. Für alle, die anders denken. Für die, die wir nicht verstehen. Herr, wir wissen, dass du zu den Armen gekommen bist, zu den Ausgestoßenen, zu den Benachteiligten. Aber, Herr, wir vergessen, dass du auch für die Reichen und Mächtigen gestorben bist, für alle Attentäter und Bombenleger, für alle Fanatiker, die an falsche Ideale glauben, für alle, die sein wollen wie Gott. Herr, lass uns auch alle lieben, die wir hassen.

6. Station: Simon von Zyrene trägt das Kreuz und begegnet einem König

Simon von Zyrene:
Wir warteten an der Straße, wo die Verurteilten vorbei kommen mussten. Da kam der Zug. Langsam nur kam er voran. Einer ist der König der Juden, so stand auf der Tafel. Der König hatte keine Kraft mehr. Die Soldaten kamen nicht weiter mit ihm. Da sahen sie mich und forderten mich auf, mit an zu fassen. Ich musste es tun, ob ich wollte oder nicht. Und ehrlich gestanden, ich wollte nicht.
Ich stützte den Balken, aber ihm wollte ich nicht zu nahe kommen. Aber er konnte nicht mehr, er stürzte. Ich stützte ihn und half ihm wieder auf die Füße. Fast tat er mir leid. Ich hob den Balken auf und trug ihn allein.
Es ist ein merkwürdiges Gefühl, so durch die Menge zu gehen mit dem Kreuz auf den Schultern. Plötzlich überfiel mich der Gedanke, sie könnten mich kreuzigen an seiner Stelle. Panik erfasste mich. Wie kam ich dazu, das Kreuz für einen anderen zu tragen? Bist du wirklich ein König?, fragte ich den Mann neben mir. Er nickte. Ich trug den Balken bis zur Höhe von Golgotha. Und als ich ging, dankte er mir stumm.

Gebet:

Herr, du bist unter der Last des Kreuzes gestürzt. Wir aber wollen unser Kreuz abschütteln. Weil es uns unverdient schwer vorkommt. Oder weil wir selbständig sind. Wir wollen das Kreuz zwar tragen, aber das Gewicht und die Größe wollen wir selbst bestimmen. Wir wollen uns auch nicht helfen lassen, weil nur die eigene Leistung zählt. Herr, lass uns dir danken, dass du das Kreuz angenommen hast, so wie es ist. Lass uns einander helfen, unsere Kreuze zu tragen.

7. Station: Veronika reicht Jesus das Schweißtuch und findet keinen Trost

Veronika:
Wir standen an der Straße nach Golgotha und warteten. Der Zug kam nur langsam voran. Die drei Verurteilten schleppten die Querbalken. Jesus hatten sie entsetzlich zugerichtet, mehr noch als die anderen. Das war der Mann, der Liebe gepredigt hatte. Wenn du verzeihst, hatte er gesagt, sieben Mal siebzig Mal, dann wird der Hass allmählich verschwinden. Maria Magdalena schluchzte laut auf. Jesus musste es gehört haben, denn er hob ein wenig den Kopf und starrte uns an. Ich begann, ihm vorsichtig das Gesicht abzutupfen. Die römischen Soldaten ließen es zu. "Weint über euch und eure Kinder", sagte Jesus mühsam. "Wenn das mit dem grünen Holz passiert, was wird erst mit dem dürren geschehen?" Weiter kam er nicht. Er taumelte und stürzte. Meine Hand krampfte sich um das Tuch, mit dem ich sein Gesicht getrocknet hatte.
Was hatte er damit gemeint? Sind wir das dürre Holz? Plötzlich hatte ich Angst. Das waren keine tröstlichen Worte. Das war das Ende. Sieht so die Wirklichkeit aus für den, der ihm folgt?

Gebet:

Herr, wir glauben, wir hätten alles getan, wenn wir dir folgen und deinen Worten lauschen. Du aber sagst uns, dass wir nicht mehr Rechte haben, als du Rechte hattest unter dem Kreuz. Herr, wir haben kein Recht, an Gottes Liebe zu zweifeln, seit du, der du Liebe bist, das Kreuz für uns getragen hast. Wir haben kein Recht, das Leiden für uns abzulehnen, weil wir keinen Sinn darin finden, seit du für uns gelitten hast.

8. Station: Jesus stirbt am Kreuz

Jesus:
Ich hatte Angst. Ich rief zum Vater, aber er schien mich nicht zu hören. Ich wusste aber, dass er mich hört. Und dass ich gesandt bin, das durchzustehen, was nun folgen würde. Und dann hing ich da mit ausgespannten Armen. Du denkst nichts mehr, du siehst nichts mehr, du hörst nichts mehr. Die Wunden brennen, der Zug nach unten wird immer stärker. Ganz von ferne hörte ich sie spotten. Ich sollte vom Kreuz heruntersteigen. Aber das ist nicht mein Auftrag, mein Leben zu retten, sondern das deine! Ich wollte beten. Mechanisch begann ich mit unserem traditionellen Sterbegebet: Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen... Aber da stockte ich. Ich war doch nicht von Gott verlassen. Abba, mein Vater! Ich bin in deiner Gegenwart. Er erbarmte sich. Er öffnete seine Arme. Er zog mich zu sich. Er sprach zu mir: Es ist vollbracht!

Gebet:

Herr, wir sind mit deinem Tod so vertraut, dass er uns nicht mehr erschreckt. Wir sehen das Kreuz und wir schaudern nicht mehr. Wir sehen das Kreuz anderer nicht, sogar unser eigenes Kreuz schreckt uns nicht. Herr, du bist gestorben, damit wir leben, damit wir unseren Blick öffnen können auf uns und auf andere hin.

9. Station: Jesus wird in aller Eile bestattet

Der Geheilte:
Wir waren nicht in Jerusalem und hatten keine Ahnung, was geschehen war. Von weitem sahen wir die Kreuze auf Golgotha. Pilatus hatte schon wieder Aufständische hinrichten lassen. Der kürzeste Weg in die Stadt führte uns an den Kreuzen vorbei. Ich wollte die Kreuze nicht sehen. Ich sah nur ganz flüchtig an ihnen vorbei. Und trotzdem erkannte ich ihn. Der in der Mitte hing, das war der Mann, der mir das Augenlicht wiedergegeben hatte. Er hing ganz still. Er war tot.
Hast du mir die Augen geöffnet, damit ich dich so sehe? Hast du den Tod verdient, weil du dich gegen Krankheit und Leiden aufgelehnt hast? Ist nur Gott allein Herr über Krankheit und Leid, Leben und Tod? Und hat sich dieser angemaßt, Gott gleich zu sein? Und wenn er es war? Der Messias, Gottes Sohn?
Ein vornehmer Mann kam und verhandelte mit den Soldaten. Die Soldaten stießen Jesus eine Lanze in die Seite, dann zogen sie die Nägel aus den Fußgelenken und ließen den Querbalken herunter.
Jetzt griff der Fremde ein, ein heimlicher Anhänger von Jesus. Er goss duftende Öle über den Leichnam und hüllten ihn in ein großes Leichentuch. Es wurde schon dunkel. Sie legten den Toten auf eine Bahre und verschwanden mit ihm in der Dunkelheit.

Gebet:

Herr, es gehörte Mut dazu, am Sabbat Kranke zu heilen. Es gehörte Mut dazu, als Pharisäer sich bei Pilatus für den Leichnam Jesu einzusetzen. Und Herr, es gehört Mut dazu, in unserem aufgeklärten Zeitalter sich öffentlich zu dir zu bekennen. Ich glaube an Jesus, den Gekreuzigten und daran, dass er der Sohn Gottes ist. Es gehört Mut dazu, sein Leben konsequent und christlich zu leben. Herr, gib uns den Mut dazu.

Und wenn du glaubst,
du hättest alle Hoffnung begraben -
kommt EINER von den Toten zurück!


(aus: Margh Malina: Auf dem Weg nach Golgotha)




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Ostern



Wo Menschen
eine Mitte finden...

Wo Freude
das Leben prägt...

Wo Ängste
überwunden werden...

Wo Versöhnung
Menschen verbindet...

Wo Schranken
geöffnet werden...

...Da erfahren wir Auferstehung
mitten im Leben




Der Herr ist wirklich auferweckt!

Tote Seelen werden lebendig,
Hilflose helfen, Stumme reden,
Blinde sehen neue Möglichkeiten,
Unbewegte kommen in Bewegung,
Zweifler glauben, Passive packen mit an,
Anonyme machen sich Namen,
die mit den Ausreden reden sich Mut ein,
Unsichtbare lassen sich sehen,
Fernstehende treten näher,
die sonst nie kommen, sind alle da.
Und alle feiern Auferstehung.





Wer heute einem traurigen Menschen
Tränen trocknen hilft
und neuen Mut zuspricht,
der ist ein österlicher Mensch.

Wer einem einsamen Menschen sagt,
vielleicht bloß schweigend,
aber durch das ganze Dasein,
dass er nicht alleine ist,
der steht auf der Seite des Lebens.

Wer heute ein Lachen auf die Lippen
und ein Strahlen in die augen zaubert,
der kettet diesen Menschen vom Tode los
und setzt ihn dem Leben aus.

Wer eine Blume auf den Tisch stellt,
ein mundendes Essen kocht
und ein Lied singt,
der ist mit der Macht des Lebens verbunden,
die von Jesus ausgeht.

(Anton Rotzetter)





Manchmal triffst du einen Menschen
Auge in Auge,
der dich nicht liegen lässt.

Wenn er ruft
"Steh auf"
kannst du nicht anders.
Du stehst auf,
auch wenn du liegen bleiben willst,
müde und tot.
Seine Stimme geht dir unter die Haut,
lässt dich tanzen,
hebt dich in die Luft,
auch wenn du fliehen willst,
voll Angst und Furcht.

Seine Nähe gibt dir Vertrauen.
Lauf, wenn du ihn triffst!
Du läufst ihm
mitten in die Arme!

(Wilhelm Bruners)




Dann ist Ostern

Wenn wir Gerechtigkeit herausrufen
aus den Gräbern des Unrechts.

Wenn wir Freiheit herausrufen
aus den Gräbern der Zwänge.

Wenn wir Frieden herausrufen
aus den Gräbern des Tötens.

Wenn wir Versöhnung herausrufen
aus den Gräbern der Herzenshärte.

Wenn wir Geschwisterlichkeit herausrufen
aus den Gräbern der Herrschsucht.

Wenn wir Begegnung herausrufen
aus den Gräbern des Abschieds.

Wenn wir Hoffnung herausrufen
aus den Gräbern der Verzweiflung.

Wenn wie Vertrauen herausrufen
aus dem Gräbern der Angst.

Wenn wir Leben herausrufen
aus den Gräbern des Totenreichs.

So spricht Gott, der Auferstandene:
Lernt mit mir Auferstehung
Auf dem Weg nach Emmaus.

Dann ist Ostern!

(Wilhelm Bruners)





Weghoffnungen

Hätten sie ihn sofort erkannt damals,
als er sich einmischte in ihre Klagelieder
in ihre ausgeglühten Gespräche.

Hätten sie ihn sofort erkannt
als sie seine Stimme hörten:
nie wäre ihr Herz unruhig geworden,
nie hätte es gebrannt.

Das wissende Hirn kennt nicht die Nacht,
das eingeschüchterte Suchen.

Ich glaube an den Weg,
die Nacktheit des Gehens,
den aufgewirbelten Staub.

Tiefer erfasst du
das Sterben, die Asche,
lebendiger stehst du auf aus dem Tod.

In den Feuern der Zweifel
- du glaubst zu ersticken -
beginnt dein Herz zu brennen.

Dann brechen dir ausgefaltete Hände
das hungerstillende Brot,
dann weißt du:
Er lebt!

(Wilhelm Bruners)





Ostersequenz

Singt das Lob dem Osterlamme,
bringt es ihm dar, ihr Christen.

Maria Magdalena,
sag uns, was du gesehen.

Sah Engel in dem Grab,
die Binden und das Linnen.

Das Grab des Herrn sah ich offen
und Christus von Gottes Glanz umflossen.

Er lebt, der Herr, meine Hoffnung,
er geht euch voran nach Galiläa.

Lasst uns glauben, was Maria den Jüngern verkündet.
Sie sahen den Herrn, den Auferstandenen.

Ja, der Herr ist auferstanden,
ist wahrhaft erstanden.




Während sie ratlos dastanden,
traten zwei Männer in leuchtenden Gewändern zu ihnen.
Die Frauen erschraken und blickten zu Boden.
Die Männer aber sagten zu ihnen:
Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?
Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden.
(Lk 24,4-6)





Jesus, schenk mir neues Leben.
Hosianna, Halleluja, Amen, Amen!

Mein Gott, segne dieses Leben.
Hosianna, Halleluja, Amen, Amen!

Heiliger Geist, sei in meinem Leben.
Hosianna, Halleluja, Amen, Amen!

Dreieiniger Gott, dein ewiges Leben hast du mir gegeben.
Hosianna, Halleluja, Amen, Amen!

(aus Westafrika)





Ostern

Ostern - Fest des Glaubens
an den lebendigen Gott, der Leben weckt - jetzt und im Tod.

Ostern - Fest der Hoffnung
für Jesus, dass Gott seinen Tod in Leben gewandelt hat.

Ostern - Fest der Liebe
die stärker ist als der Tod.

Ostern - Fest der Versöhnung
die vergibt und vergisst, von Schuld löst und Verletzungen heilt.

Ostern - Fest der Freude
die an das Leben glaubt, die mitten in Krankheit und Abschied Mut zum Leben macht.

Ostern - Fest
das Tote und Lebende, Lebende und Tote zusammenschließt im Geheimnis unseres Gottes.




Am Grab

wo die Trauer am größten
allein mit den Gedanken - was hätte sein können

wo das Schweigen drückend ist
wo ein Sohn die Verlassenheit hinausschreit

schreit, bis sein Gott ihm ins Wort fällt
bis leise erklingt:

Steh auf!

(Monika Liedler nach Wilhelm Bruners)





Wo Menschen
eine Mitte finden -

wo Freude
das Leben prägt -

wo Ängste
überwunden werden -

wo Versöhnung
Menschen verbindet -

wo Türen
geöffnet werden

da erfahren wir Auferstehung
mitten im Leben

(AutorIn unbekannt)





Osternacht

In dieser Nacht,
in der alles schweigt,
bereitet sich der neue Tag vor.

Ein Tag des Jubels und der Freude.
Das Leben hat den Tod besiegt.
Der Tag hat die Nacht bezwungen.

Dieser Tag kann in all unsere Nächte
hineinleuchten, sie erhellen
und uns neue Hoffnung geben.

(AutorIn unbekannt)




Gebet am Ostermorgen

Herr, ich werfe meine Freude wie Vögel an den Himmel.
Die Nacht ist verflattert, und ich freue mich am Licht.
So ein Tag, Herr, so ein Tag!

Herr, ich bin fröhlich heute am Ostermorgen.
Die Vögel und Engel singen, und ich jubiliere auch.
Das All und unsere Herzen sind offen für deine Gnade.

Ich fühle meinen Körper und danke.
Die Sonne brennt meine Haut, ich danke.
Herr, ich freue mich an der Schöpfung
und dass du dahinter bist und daneben
und davor und darüber und in uns.

Herr, ich werfe meine Freude wie Vögel an den Himmel.
Ein neuer Tag, der glitzert und knistert,
knallt und jubiliert von deiner Liebe.
Jeden Tag machst du!
Halleluja, Herr!

(aus Westafrika)





Christus hat durch sein Leben, Lieben,
Leiden, Sterben und Auferstehen
die Mauern unseres Versagens und unserer Schuld,
die Mauern der Trennung und der Isolation durchbrochen.

Er lädt uns ein, hinauszutreten in das Licht der
Ostersonne, in das Licht des wahren Lebens.

Wenn wir doch hinaustreten könnten
in dieses Licht der Versöhnung,
das die Liebe Gottes offenbar werden lässt
und durchkreuzte Mauern der Sünde erleuchtet.

Christus hat uns den Weg freigemacht,
zu Gott, zum Nächsten, zu uns selber:
gehen müssen wir den Weg selber.

Gottes Kraft geht mit.





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Pfingsten, Heiliger Geist



Wo wirkt Gottes Geist heute?

In den Menschen, die einander verzeihen.
In den Menschen, die einander helfen.
In den Menschen, die miteinander teilen.
In den Menschen, die einander lieben.

Ohne deinen Geist, Herr,
unterliegen wir der Gefahr,
blind und ziellos durch das leben zu irren.

Komm, Heiliger Geist,
komm, ergreife und belebe uns,
damit wir in deiner Kraft
glauben, hoffen, lieben und leben können,
wie Christus uns es vorgelebt hat.





Pfingstsequenz

Komm herab, o Heil'ger Geist, der die finstre Nacht zerreißt,
strahle Licht in diese Welt.

Komm, der alle Armen liebt, komm, der gute Gaben gibt,
komm, der jedes Herz erhellt.

Höchster Tröster in der Zeit, Gast, der Herz und Sinn erfreut,
köstlich Labsal in der Not,

in der Unrast schenkst du Ruh, hauchst in Hitze Kühlung zu,
spendest Trost in Leid und Tod.

Komm, o du glückselig Licht, fülle Herz und Angesicht,
dring bis auf der Seele Grund.

Ohne dein lebendig Wehn kann im Menschen nichts bestehn,
kann nichts heil sein noch gesund.

Was befleckt ist, wasche rein, Dürrem gieße Leben ein,
heile du, wo Krankheit quält.

Wärme du, was kalt und hart, löse, was in sich erstarrt,
lenke, was den Weg verfehlt.

Gib dem Volk, das dir vertraut, das auf deine Hilfe baut,
deine Gaben zum Geleit.

Lass es in der Zeit bestehn, deines Heils Vollendung sehn
und der Freuden Ewigkeit.





Komm, Heiliger Geist

Komm, Heiliger Geist, der Geist der Wahrheit bist du.
Komm, Heiliger Geist, du schenkst unsern Herzen die Ruh.
Komm, Heiliger Geist, du Tröster im Leid.
Komm, Heiliger Geist, du Stärke im Streit.
Komm Gottes Geist, du Tröster wir rufen dich!

Komm, Heiliger Geist, heile, was krank ist und wund.
Komm, Heiliger Geist, mach Gottes Liebe uns kund.
Komm, Heiliger Geist, führ den, der irrt durch die Nacht.
Komm, Heiliger Geist, gib dem, der schwach ist, die Kraft.
Komm Gottes Geist, du Tröster wir rufen dich!

Komm, Heiliger Geist, wärme, was kalt ist und starr.
Komm, Heiliger Geist, weise, was wirklich und wahr.
Komm, Heiliger Geist, lenk unsern Schritt durch die Zeit.
Komm, Heiliger Geist, mach uns zur Liebe bereit.
Komm Gottes Geist, du Tröster wir rufen dich!





Atme in mir, du Heiliger Geist,
dass ich Heiliges denke!

Treibe mich, du Heiliger Geist,
dass ich Heiliges tue!

Locke mich, du Heiliger Geist,
dass ich Heiliges liebe!

Stärke mich, du Heiliger Geist,
dass ich Heiliges hüte!

Hüte mich, du Heiliger Geist,
dass ich das Heilige nimmer verliere!

(Augustinus)




Dank an den Heiligen Geist

Danke, Schöpfer-Geist, dass du ununterbrochen unser Chaos in Kosmos verwandelst;
dass du unseren Geist besucht und unser Herz mit Gnade erfüllt hast.

Danke, dass du für uns der Tröster bist, die größte Gabe des Vaters,
das lebendige Wasser, das Feuer, die Liebe und die geistliche Salbung.

Danke für die unendlichen Gaben und Charismen, die du als mächtiger Finger Gottes unter den Menschen verteilt hast,
du erfüllte und ständig zu erfüllende Verheißung des Vaters.

Danke für das Wort aus Feuer, das du niemals aufgehört hast,
in den Mund der Propheten, der Seelsorger, der Missionare und der Beter zu legen.

Danke für das Licht Christi, das du in unserem Geist hast leuchten lassen,
für seine Liebe, die du in unsere Herzen ausgegossen hast,
und für die Heilung, die du in unserem gebrechlichen Leib bewirkt hast.

Danke, dass du uns im Kampf zur Seite gestanden hast,
dass du uns geholfen hast, den Feind zu besiegen oder uns nach der Niederlage wieder zu erheben.

Danke, dass du unser Führer warst in den schwierigen Entscheidungen des Lebens
und dass du uns vor der Faszination des Bösen bewahrt hast.

Danke schließlich, dass du uns das Angesicht des Vaters offenbart
und uns gelehrt hast, "Abba!" zu rufen.

Danke, dass du uns dazu anspornst, zu erklären:
"Jesus ist der Herr!"

Danke, dass du dich der Kirche der Väter und der unserer Tage offenbart hast als das Band der Einheit zwischen Vater und Sohn,
als unaussprechliches Objekt ihrer gemeinsamen Hauchung der Liebe, als Lebensatem und Duft göttlicher Salbung,
die der Vater dem Sohn überträgt, indem er ihn zeugt "noch vor dem Morgenstern".

Einfach dafür, dass du da bist, jetzt und in alle Ewigkeit,
sei dir, Heiliger Geist, gedankt!

(Aus Raniero Cantalamessa, Komm, Schöpfer Geist.)





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Maria



Magnificat heute

Es steht geschrieben, dass Maria sagte:
Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.

Heute sagen wir das so:
Meine Seele sieht das Land der Freiheit und mein Geist wird aus der Verängstigung befreit. Die leeren Gesichter werden mit Leben erfüllt und wir werden Menschen werden.

Es steht geschrieben, dass Maria sagte:
Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten.

Heute sagen wir das so:
Die große Veränderung, die an uns durch uns geschieht, wird mit allen geschehen. Barmherzigkeit wird geübt werden, die Abhängigen können das vertane Leben aufgeben und lernen, selber zu leben.

Es steht geschrieben, dass Maria sagte:
Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.

Heute sagen wir das so:
Wir werden die Gewalt enteignen und die Herrschaft der Männlichen über die Weiblichen wird ein Ende nehmen und die Herrschaft der Starken über die Schwachen wird ein Ende nehmen.

Es steht geschrieben, dass Maria sagte:
Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen. Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

Heute sagen wir das so:
Frauen werden zum Mond fahren und in Parlamenten entscheiden. Ihre Wünsche nach Selbstbestimmung werden in Erfüllung gehen. Die Sucht nach Herrschaft wird leer werden und die Ausbeutung der Schwachen wird ein Ende haben.

(Dorothee Sölle)




GEGRÜSSET SEIST DU, Maria

Freu dich, Maria. An dich ergeht Gottes Ruf.
Vernimm ihn, auch wenn du ihn nicht hörst
und nicht verstehst, wenn du ihn nur ahnst
langsam, im dunklen Innern deines Herzens,
in jenem sanften und doch unwiderstehlichen Ruf,
den du in dir verspürst,
immer wieder, und der dich nicht loslässt.
Freu dich, dass du horchen kannst.
Freu dich, dass dein Alltag durchbrochen ist.
Tieferes leuchtet in deinem Alltag auf.

Gegrüßt seist du, MARIA

Gott ruft dich beim Namen. Du bist gemeint.
Lass Gott an dich heran, setz dich ihm aus -
bis in jene Bereiche, die vielleicht auch
du für dich behalten möchtest, die dein
Privatraum sein sollen. Stell dich ihm.
Steh auch mit Dunklem,
Unerleuchtetem deines Herzens vor ihm
und lass dich von ihm erhellen.
Freu dich, dass es wenigstens einen gibt,
vor dem du dich nicht verbergen musst.
Er liebt dich, wie du bist, nicht, wie du sein möchtest,
nicht, wie die andern dich haben wollen:
Er liebt dich, wie du bist und wie du geworden bist.
Du darfst du selber sein vor ihm
und du sollst neu werden, weil er dich beim Namen ruft,
weil er dich verwandelt.
Er gibt dir einen neuen Namen:
Maria, du Begnadete!

Gegrüßt seist du, Maria, VOLL DER GNADE

Freu dich, Maria, Gottes Gnade ruht auf dir,
seine erbarmende Huld. Umsonst, ohne dein Verdienst.
Er gibt dir mehr, als du erahnen, erwarten,
erhoffen oder erbitten kannst.
Freu dich, Maria: Er hat dich lieb und ist mit dir eins
mit dir in deiner Schwäche, auch Hilflosigkeit,
mit deinem bereiteten, aber oft mühsamen und dunklen Glauben.

DER HERR IST MIT DIR

Gott lässt dich nicht allein auf deinem Weg.
Er will nicht bloß ein Gott erhabener Gedanken
sein er ist dein Gott, der "Gott-mit-dir",
der "Gott-für-dich". Er geht mit dir
geh auch du mit ihm.
Und nimm die vielen mit, die ihren Weg so schwer finden,
die verloren, weglos, heimatlos sind -
oft, ohne es zu ahnen. Nimm sie mit
und lass sie an deiner Wegbegleitung erfahren,
dass Gott auch für sie der "Gott-mit-uns", der "Immanuel" ist.

DU BIST GEBENEDEIT UNTER DEN FRAUEN

Du bist zu preisen, weil der lebendige Gott
dich an sich gezogen hat.
Du bist gesegnet mit seiner wunderbaren Nähe.
Mir gelingt das leben oft nur schwer.
Ich erfahre mich ungesegnet.
Schenk mir von deiner Kraft, Maria.
Ich möchte offen sein für Gottes Segen.
Auch ich bin selig zu preisen, nicht nur du.
Denn auch ich bin gesegnet.
Auch auf mir will Gottes Kraft ruhen.
Danke, dass du für so viele und für mich ein Segen bist.
Auch ich soll Segen sein.

UND GEBENEDEIT IST DIE FRUCHT DEINES LEIBES, JESUS

Du bist Mutter, die leben empfängt,
wachsen läst und der Welt schenkt.
Freu dich, dass du Gottes ewiges Wort
in dich aufgenommen hast.
Du nährst es mit deinem Fleisch und Blut
und bringst es zur Welt, zu den Menschen:
Jesus, deinen Sohn.
Danke, dass du vom Eigenen gibst,
damit neues leben möglich wird für viele.
Danke, dass auch ich Mutter, Vater sein darf.

HEILIGE MARIA, MUTTER GOTTES

Heilige Maria
heilig in deiner Begrenztheit und Menschlichkeit.
Heilig,
weil sich der heilige und so menschliche Gott deiner erbarmt hat.
Heilig,
weil du in deiner Schwäche von seinem Erbarmen leben kannst.
Heilig,
weil du Mutter bist:
Mutter, die das Kind unter Schmerzen zur Welt bringt
und unter größeren Schmerzen begleitet.
Mutter, die Raum gibt und wachsen lässt,
auch ohne zu verstehen.
Heilig,
weil du dein Kind freigegeben hast,
mit den Unheiligen zu leben.
Heilige Maria,
du bist treu gewesen, treu trotz allem, treu bis zum Ende.

BITTE FÜR UNS SÜNDER

Lass mich nicht allein. Steh mir zur Seite.
Nimm mich mit zu deinem Sohn.
Nimm mich mit zu deinem Vater.
Auch dein Weg war schwer, nicht nur der meine.
Stütze den mühsamen, stolpernden Schritt.
Nimm mich an der Hand.
Sei mir Mutter.

JETZT UND IN DER STUNDE UNSERES TODES

Von deinem Weg des Glaubens und von deiner Vollendung.
Du ermutigst mich, ein Leben der Liebe zu wagen:
heute, jetzt, morgen. Du verheißt mir ein Licht am Ziel:
Ich soll sterben in eine wunderbare Begegnung hinein
und darin neu werden, ganz neu, wie du.
Du lässt mich erfahren: Dieses Neuwerden
beginnt schon in meinem Alltag. Kaum merklich, aber unaufhaltsam.
AMEN.

(Begegnung mit Maria; Kath. Frauenbewegung St. Pölten)




Du bist mir fremd geworden, Maria.

Du bist mir fremd geworden, Maria.
Als ich noch ein Kind war,
gehörten sie zu meinem Leben
die Namen und hohen Titeln,
die man dir gegeben hatte:
starker Turm Davids
Bundeslade
Pforte des Himmels
Thron der Weisheit
reine Jungfrau
Königin, ohne Erbsünde empfangen
und viele andere mehr.

Später merkte ich:
Sie haben dich weit entfernt
und blutleer gemacht -
oder so niedrig als dienende Magd.

Ich möchte dich neu finden
als die Frau, die sagt:
er stürzt die Mächtigen vom Thron,
als die Mutter auf der Herbergsuche,
auf der Flucht nach Ägypten,
als die Mutter, die spürt,
was Ablösung des Kindes ist,
als die Mutter, die lernen muss,
das Kind entscheidet selbstverantwortlich,
als die Mutter, die besorgt ist
über die ungewöhnlichen Wege des Kindes,
als die Mutter, die erlebt,
dass ihr Kind durch seinen geraden Weg scheitert.

Wenn ich an deinen Lebensweg denke, Maria,
dann merke ich: er ist auch ein Stück von mir.
Werde ich dich neu finden?





MARIA

MARIA
Du Mädchen aus dem jüdischen Volk
Die so jung war, als Gott dich auserwählte
Die sich bei der Botschaft des Engels erschreckte
Die nicht verstehen konnte, was er sagte
Die doch verstand, weil du glaubtest.
Ich grüße dich, Maria.

MARIA
Du, die außerehelich schwanger wurde
Die unsicher und doch sicher war
Die im Magnificat schon alles verstanden hat,
was wir bis heute nicht verstehen wollen
Die jüdische Frau, die der Verlobte im Stich lassen wollte.
Ich grüße dich, Maria.

MARIA
Du, mit der Josef dann doch zusammen blieb
Die nach Betlehem wanderte
Die an den Türen abgewiesen wurde
Die das Kind in einem Stall zur Welt brachte, deinen Sohn Jesus.
Ich grüße dich, Maria.

MARIA
Du, die vor der Tyrannei des Herodes fliehen musste
Die Angst hatte um sich und das Kind
Die stark war durch den Glauben.
Ich grüß dich, Maria.

MARIA
Du, die sich um das Kind Sorgen machte
Die du die Wege deines Sohnes oft nicht verstehen konntest
Die Ablösung und Trennung durch litten hat
Du, die den Schmerz einer Mutter aushielt
Du bist eine starke Frau
Du bist mir Vorbild und Stütze
Ich grüß dich, Maria.

(Doris Lindenblatt)




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Bibelsprüche, die Mut machen, trösten, stärken



Wenn ich rufe, erhöre mich, Gott, du mein Retter!
Du hast mir Raum geschaffen, als mir angst war.
(Ps 4)


Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen.
Er lässt mich lagern auf grünen Auen
und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.
(Ps 23,1-2)


Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht, ich fürchte kein Unheil;
denn du bist bei mir, dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht.
(Ps 23,4)


Zu dir, Herr, erhebe ich meine Seele.
Mein Gott, auf dich vertraue ich.
(Ps 25,1-2)


Nahe ist der Herr den zerbrochenen Herzen, er hilft denen auf, die zerknirscht sind.
(Ps 34)


Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist,
deine Treue, so weit die Wolken ziehen.
Gott, wie köstlich ist deine Huld!
Die Menschen bergen sich im Schatten deiner Flügel.
(Ps 36,6.8)


Zu Gott will ich rufen, der Herr wird mir helfen. Am Abend, am Morgen, am Mittag seufze ich und stöhne. Er befreit mich, bringt mein Leben in Sicherheit.
(Ps 55,17-19)


Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe,
von ihm kommt mir Hilfe.
(Ps 62,2)


Ja, du wurdest meine Hilfe; jubeln kann ich im Schatten deiner Flügel.
Meine Seele hängt an dir, deine rechte Hand hält mich fest.
(Ps 63,8-9)


Lobe den Herrn, meine Seele, und alles in mir seinen heiligen Namen!
Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.
(Ps 103,1-2)


Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen: Woher kommt mir Hilfe?
Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.
(Ps 121,1-2)


Ich ließ meine Seele ruhig werden und still;
wie ein kleines Kind bei der Mutter
ist meine Seele still in mir.
(Ps 131,2)


Ich danke dir, dass du mich so wunderbar gestaltet hast.
Ich weiß Staunenswert sind deine Werke.
(Ps 139,14)


Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz,
prüfe mich, und erkenne mein Denken!
Sieh her, ob ich auf dem Weg bin, der dich kränkt,
und leite mich auf dem altbewährten Weg!
(Ps 139,23-24)


Alle Augen warten auf dich, o Gott.
Du öffnest deine Hand und sättigst alles, was lebt.
(Ps 145)


Mose sagte zu Gott: Ich werde zu den Israeliten sagen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt. Da werden sie mich fragen: Wie heißt er? Was soll ich ihnen darauf sagen? Da antwortete Gott: Ich bin der "Ich-bin-da". Sage: Der "Ich-bin-da" hat mich zu euch gesandt.
(Ex 3,1-15)


Der Herr fand sein Volk in der Wüste.
Er hüllte es ein, gab auf es acht und hütete es wie seinen Augenstern.
(Dtn 32,8-11)


Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht;
über denen, die im Land der Finsternis wohnen,
strahlt ein Licht auf.
(Jes 9,1)


So spricht der Herr: Blinde führe ich auf Wegen, die sie nicht kennen. Die Finsternis vor ihren Augen mache ich zu Licht.
(Jes 42,10-17)


Jetzt aber - so spricht der Herr, der dich geschaffen hat, Jakob, und der dich geformt hat, Israel:
Fürchte dich nicht, denn ich habe dich ausgelöst, ich habe dich beim Namen gerufen, du gehörst mir.
Weil du in meinen Augen teuer und wertvoll bist und weil ich dich liebe,
gebe ich für dich ganze Länder und für dein Leben ganze Völker.
(Jes 43,1.4)


Sieh her: Ich habe dich eingezeichnet in meine Hände,
deine Mauern habe ich immer vor Augen.
(Jes 49,16)


Ich hauche euch meinen Geist ein, dann werdet ihr lebendig,
und ich bringe euch wieder in euer Land.
Dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin.
Ich habe gesprochen, und ich führe es aus - Spruch des Herrn.
(Ez 37,14)


Wer die Weisheit Gottes liebt, erkennt sie, und wer sie sucht, findet sie.
(Weish 6,12-16)


Betet den Herrn an, und dient ihm treu und von ganzem Herzen. Seht, welch große Dinge er an euch getan hat.
(1 Sam 12,20-24)


Der Herr sprach zu Samuel: Schau nicht auf das Äußere, denn Gott sieht nicht auf das, worauf der Mensch sieht.
Der Mensch sieht, was vor den Augen ist, der Herr aber sieht das Herz.
(1 Sam 16,1-13)


Wenn aber Gott schon das Gras so prächtig kleidet,
das heute auf dem Feld steht und morgen ins Feuer geworfen wird,
wie viel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen!
Sorgt euch also nicht um morgen;
denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen.
(Mt 6,30.34)


Jesus sagte: Mit dem Himmelreich ist es wie mit dem Sauerteig,
den eine Frau unter einen großen Trog Mehl mischte, bis das Ganze durchsäuert war.
(Mt 13,31-33)


Wer so klein sein kann wie dieses Kind, der ist im Himmelreich der Größte.
Und wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf.
(Mt 18,4-5)


Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind,
da bin ich mitten unter ihnen.
(Mt 18,20)


In einem Gleichnis sagte ein Mann zu seinem treuen Diener: Du bist ein tüchtiger und treuer Diener.
Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen, ich will dir eine große Aufgabe übertragen.
Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn!
(Mt 25,14-30)


Bei der Taufe Jesu kam eine Stimme vom Himmel:
Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen.
(Mk 1,6-11)


Da sagte Jesus zu ihnen: Kommt mit an einen einsamen Ort,
wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus.
(Mk 6,31)


Er ist doch nicht ein Gott von Toten, sondern von Lebenden.
(Mk 12,27)


Ein Schriftgelehrter fragte: Welches Gebot ist das erste von allen.
Jesus antwortete: Das erste ist:
Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr.
Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben
mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft.
Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden.
(Mk 12,28-31)


Simeon nahm das Kind Jesus in seine Arme und pries Gott mit den Worten:
Meine Augen haben das Heil geschaut, das du geschaffen hast,
damit alle Völker es sehen, ein Licht, das die Nationen erleuchtet.
(Lk 2,22-32)


Jesus sagte: Sorgt euch nicht um euer Leben.
Wer unter euch kann mit all seiner Sorge
sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern?
(Lk 12,22-31)


Jesus sagte: Hütet euch vor jeder Art von Habgier.
Denn der Sinn des Lebens besteht nicht darin,
dass ein Mensch aufgrund seines großen Vermögens im Überfluss lebt.
(Lk 12,13-21)


Der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist.
(Lk 19,1-10)


Jesus fragte die ersten Jünger: Was wollt ihr?
Sie sagten zu ihm: Meister, wo wohnst du? Er antwortete: Kommt und seht!
(Joh 1,35-42)


Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab,
damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.
(Joh 3,16)


Jesus sagte: Wer an seinem Leben hängt, verliert es;
wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben.
(Joh 12,23-26)


Amen, amen, das sage ich euch: Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht,
sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber.
Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe.
Ihm öffnet der Türhüter, und die Schafe hören auf seine Stimme;
er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus.
(Joh 10,1-3)


Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden;
er wird ein- und ausgehen und Weide finden.
Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.
(Joh 10,9-10)


Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe.
Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.
(Joh 15,12-13)


Jesus fragte Petrus: Liebst du mich?
Petrus gab ihm zur Antwort: Herr, du weißt alles; du weißt, dass ich dich lieb habe.
(Joh 21,15-17)


Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in der Bedrängnis, beharrlich im Gebet;
gewährt jederzeit Gastfreundschaft!
(Röm 12,3-13)


Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und mit allem Frieden im Glauben,
damit ihr reich werdet an Hoffnung in der Kraft des Heiligen Geistes.
(Röm 15,13)


Bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren durch den Frieden, der euch zusammenhält.
Ein Leib und ein Geist, wie euch durch eure Berufung auch eine gemeinsame Hoffnung gegeben ist.
(Eph 4,1-6)


Paulus schreibt: Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir.
(Gal 2,19-20)


Ihr tut gut daran, das Wort der Propheten zu beachten,
denn es ist ein Licht, das an einem finsteren Ort scheint,
bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in eurem Herzen.
(2 Petr 1,19-21)


Paulus schreibt: Wir alle spiegeln die Herrlichkeit des Herrn wider
und werden so in sein eigenes Bild verwandelt durch den Geist.
(2 Kor 3,16-18)


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